| 00.00 Uhr

Gastbeitrag
Hamburg ist schick, aber auch hip

So schön ist Hamburg
So schön ist Hamburg FOTO: shutterstock/Sergey Kelin
Düsseldorf. Düsseldorf zählt 4,5 Millionen Übernachtungen, das Vorbild Hamburg zwölf Millionen. Dank vieler Anziehungspunkte und der Musicals. Von Ulrich Gassdorf

Auf eines ist in Hamburg immer Verlass: Wenn die Übernachtungszahlen präsentiert werden, dann werden regelmäßig neue Rekorde verkündet. Vor kurzem war es wieder soweit. Die Halbjahreszahlen wurden vorgestellt. 5,8 Millionen Übernachtungen wurden von Januar bis Ende Juni gezählt, ein Plus von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Tendenz steigend.

Das kann Düsseldorf von anderen lernen FOTO: dpa, axs

Der Tourismus in Hamburg ist eine Erfolgsgeschichte. Das liegt natürlich auch an den idealen Rahmenbedingungen: Der Hafen ist seit jeher ein Touristenmagnet. St. Pauli ist berühmt als Vergnügungsviertel mit einer Prise Erotik. Der neue Stadtteil HafenCity hat sich zu einem Anziehungspunkt entwickelt. Hier wird 2017 mit der Elbphilharmonie ein Konzerthaus der Superlative mit weltweiter Strahlkraft eröffnet. Für einen deutlichen Schub sorgten auch die Musicaltheater. Inzwischen unterhält alleine Stage Entertainment vier Spielstätten in der Elbmetropole. Hamburg ist die deutsche Musicalhauptstadt. Zwei Millionen Besucher schauen sich pro Jahr Produktionen wie "Das Wunder von Bern" oder "Der König der Löwen" an.

Dreh- und Angelpunkt ist die Hamburg Tourismus GmbH (HHT) - die seit 1989 von Dietrich von Albedyll geführt wird. Einschneidende Anpassungen in der Vermarktungsstruktur hat es 2011 gegeben: Die bis dahin eigenständigen Gesellschaften Hamburg Marketing GmbH (HMG), HWF-Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH (HWF) und eben die Hamburg Tourismus GmbH wurden in einer Holding unter dem Dach der Hamburg Marketing (HMG) - deren größter Gesellschafter die Stadt ist - gebündelt. Im Jahr 2013 wurde das Kongressbüro aus der Hamburg Tourismus GmbH ausgegliedert und als dritte Tochtergesellschaft integriert.

Das ist die Weltkulturerbe-Stätte Speicherstadt Hamburg FOTO: dpa

Mit der Umstrukturierung soll die Position Hamburgs im internationalen Wettbewerb der Metropolregionen gestärkt werden. Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) schwärmte 2011: "Das Modell eröffnet die Möglichkeit, dass HWF und HHT sich wie bewährt um ihre Kunden kümmern. Ein ungemeiner Vorteil ist doch, dass jede Gesellschaft künftig von den Kenntnissen der anderen unmittelbar profitieren wird."

Als Sprecher der Geschäftsführung wurde Dietrich von Albedyll eingesetzt, er blieb zudem HHT-Chef. Die anderen beiden Gesellschaften haben eigene Geschäftsführer. Dass die Schlüsselposition mit von Albedyll besetzt wurde, lässt erkennen, dass der Tourismus als Erfolgsgarant eine große Rolle in der Holding spielt. Die Zusammenarbeit der Einzelunternehmen hat sich, so ist heute aus der Holding zu hören, durch die Anpassung der Strukturen in wichtigen Bereichen verbessert. Fakt ist: Trotz sinkender Zuwendungen durch die Stadt konnten der Wirkungsgrad und die Effizienz der Gesellschaften erhöht werden. Das zeigt sich am Beispiel der HHT: Aus einem Zuwendungseuro macht das Unternehmen vier Euro in der Vermarktung für die Stadt Hamburg. Allerdings hätte sich die Übernachtungszahlen wohl auch ohne die Holding so rasant entwickelt. Touristen, die eine Stadt besuchen, dürften zudem wenig Interesse an den Vermarktungsstrukturen haben.

Fotos: Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Düsseldorf FOTO: Hans-Juergen Bauer

Die Herausforderung liegt darin, dass die Stadt sich so attraktiv präsentiert, dass die Menschen Lust auf die Destination bekommen. Hamburg sieht sich als Marke. Das ist wohl auch ein Geheimnis des Erfolges: Die Stadt gilt als schick, aber auch hip. Bilder von Events wie den Hamburg Cruise Days, die eine halbe Million Besucher anlocken und bei denen sich auch im September wieder Kreuzfahrtschiffe zur Parade im Hafen formieren, gehen um die Welt. Sie tragen zur Popularität dieser Stadt bei. Hamburg ist auf einem guten Weg. Auch wenn die Zahl der internationalen Gäste noch ausbaufähig ist.

Ein ehrgeiziges Ziel steht: 2020 soll die 18-Millionen-Marke bei den Übernachtungszahlen - im vergangenen Jahr waren es 12 Millionen - geknackt werden. Aber eines ist noch viel wichtiger: München muss bei den Übernachtungszahlen von Platz 2, die Spitzenposition wird wohl immer Berlin einnehmen, verdrängt werden.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Gastbeitrag: Hamburg ist schick, aber auch hip


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.