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Düsseldorf
Hammers-Platz statt Erwin-Platz in Unterbilk

Die Porträts der Oberbürgermeister
Die Porträts der Oberbürgermeister FOTO: Kombo: Bretz/ Efe/Radowski
Düsseldorf. Nach dem ersten Oberbürgermeister Düsseldorfs ist bisher nur ein kleiner Verkehrsknoten benannt. Von Denisa Richters

In der Galerie der Oberbürgermeister im Düsseldorfer Rathaus ist er auf dem ältesten Porträt dargestellt: Ludwig Hammers war das erste Stadtoberhaupt von Düsseldorf, das offiziell den Titel Oberbürgermeister führen durfte. Am 29. Juni 1858 verlieh der preußische König dem seit 1849 amtierenden Hammers das Recht, sich "Oberbürgermeister" zu nennen und zu besonderen Anlässen eine Amtskette zu tragen. 27 Jahre lang war der gebürtige Wassenberger und Katholik im Amt. Er prägte die Stadt maßgeblich, sie entwickelte sich unter seiner Führung zu einer Industriestadt, wobei Hammers zu verhindern wusste, dass sich die Industrie direkt im Zentrum Düsseldorfs ansiedelte.

Umso erstaunlicher ist, dass ein unschöner und vor allem kaum wahrgenommener Platz nach ihm benannt ist: ein Verkehrsknotenpunkt südlich der Unterführung am Bilker S-Bahnhof, wo Brunnen-, Aachener und Merowinger Straße zusammentreffen. Jetzt gibt es in der Politik Stimmen, nach dem Abschluss der Bauarbeiten für die Wehrhahn-Linie und mit der neuen Gestaltung der Oberfläche südlich der Bachstraße (zwischen Bilker Arcaden und Real im Stadtteil Unterbilk) den Ludwig-Hammers-Platz in diesen Bereich auszudehnen und damit das frühere Stadtoberhaupt angemessener zu ehren.

Historische Bilder aus dem Rheinbahnarchiv FOTO: Stadtarchiv D�sseldorf

Für diese Idee macht sich CDU-Fraktions-Vize Andreas Hartnigk stark - der sich im vergangenen Jahr noch gegen eine Benennung dieses Areals nach dem verstorbenen Oberbürgermeister Joachim Erwin ausgesprochen hatte: "Natürlich sollte man diesen Platz benennen", sagt Hartnigk. Eine Ausweitung des Hammers-Platzes biete sich an. "Das ist aber Sache der zuständigen Bezirksvertretung." SPD-Fraktionschef Markus Raub sagt, er "würde gerne abwarten, wie der Platz am Ende aussieht". Ansonsten verweist auch er auf die Zuständigkeit der Bezirksvertretung 3. Schließlich sei diese Benennung nicht von gesamtstädtischem Interesse.

Bei deren Vorsitzendem, Bezirksbürgermeister Walter Schmidt (CDU), stößt der Vorschlag, des vergrößerten Ludwig-Hammers-Platzes auf Zustimmung. "Das müssen wir in der Bezirksvertretung besprechen, bisher haben wir uns darüber noch keine Gedanken gemacht", sagt Schmidt, dessen Partei im Stadtbezirk mit der SPD in einer Großen Koalition regiert. Es könnte aber sein, dass es am Ende eine noch breitere Mehrheit für den Hammers-Platz gibt und auch die Grünen mitstimmen. Deren Bezirksvertreter und Ratsherr Dietmar Wolf steht der Idee ebenfalls offen gegenüber. "Wichtig ist aber, dass der gesamte Bereich aufgewertet wird." Dies gelte insbesondere auch für den Platz direkt vor den Bilker Arcaden, der zu dem Einkaufszentrum gehört. Schmidt und die anderen Bezirkspolitiker wollen dazu mit dem neuen Center-Management ins Gespräch kommen.

Der Joachim-Erwin-Platz, für den am Ende und nach einem emotional geführten Streit der Bereich vor den Libeskind-Bauten (am Jan-Wellem-Platz) gewählt wurde, soll 2016 benannt werden. Dann fahren auf dem Areal keine Straßenbahnen mehr, und es ist neu gestaltet.

Quelle: RP
 
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