| 00.00 Uhr

Düsseldorf
Handel kritisiert das Stadtmarketing

Düsseldorf: Handel kritisiert das Stadtmarketing
Trafen sich bei RP und center.tv auf der Kirmes (vorne v.l.): Karin Bornemeyer, Giovanna Kraheck, (hinten v.l.) Guido Halfmann, Andreas Rebbelmund, Harald Feit, Peter Wienen und Clemens Wirschke. FOTO: Schaller,Bernd (bs)
Düsseldorf. Vertreter verschiedener Geschäfte wünschen sich mehr große Events und Feste, um Kunden auf die Einkaufsstraßen zu bringen. Die Verkehrssituation macht vielen Sorgen. Von Nicole Lange

Viele Probleme anderer Städte hat der Handel in Düsseldorf nicht. Zugkraft besitzt der hiesige Geschäfte- und Markenmix mit seinen namhaften Designer-Stores reichlich, Einkaufsstraßen wie Kö und Schadowstraße sind stets gut besucht. Dennoch vermissen die Händler ein starkes Marketing-Konzept, mit dem Düsseldorf auch überregional auf sich aufmerksam macht. Zudem kritisierten sie gestern bei einer Gesprächsrunde im Kirmes-Studio von center.tv das Fehlen großer Feste und Events.

Nicht nur das Angebot in Düsseldorf werde jedes Jahr größer, sagte Peter Wienen, Vorsitzender der Anliegergemeinschaft Kö - sondern auch die Konkurrenz: "Wir brauchen deshalb ein intensiveres Stadtmarketing." Was derzeit passiere, sei nicht genug. Die Kunden seien bereit, zum Einkaufen nach Düsseldorf zu kommen, "man muss sie nur umgarnen." Harald Feit (Vorstand Forum Stadtmarketing und Center-Manager Schadow Arkaden) sprach sich dafür aus, nochmals eine Kampagne im Umland zu starten - im vergangenen Jahr hatten Düsseldorfer Plakate mit dem Spruch "Das Leben ist zu kurz, um langweilig shoppen zu gehen" im nahen Wuppertal für Aufregung gesorgt.

Für wirksames Marketing brauche es aber auch Events. "Wie das Weinblütenfest in Kaiserswerth", so Clemens Wirschke (Modegeschäft C. Wirschke): "Wenn es das nun nicht mehr gibt, sollte man es auf die Kö holen. Es werden zu viele Chancen liegengelassen." Wienen verwies darauf, dass derartige Feste mit hohen Kosten verbunden sind: "Man braucht einen namhaften Sponsor, um dem Anspruch gerecht zu werden." Als gelungenes Beispiel gilt die Vogue Fashion Night, die aus Sicht des Düsseldorfer Breuninger-Geschäftsführers Andreas Rebbelmund enorme Strahlkraft hat: "Aber das hat auch mit dem Namen zu tun. So etwas ganz neu zu kreieren, ist schwierig." Harald Feit kündigte an, im kommenden Jahr könnte es eine gemeinsame Shopping-Veranstaltung der großen Einkaufs-Zentren der Stadt geben. Auch außerhalb des Stadtzentrums sollte nach Meinung der Händler mehr getan werden. "Die Stadtteile haben es oft nicht leicht", sagte Guido Halfmann (Pelzmanufaktur Halfmann, Oberkassel). Daher seien auch dort attraktive Veranstaltungen hilfreich. "Der Handel in den Stadtteilen ist wichtig", so Giovanna Kraheck vom Modegeschäft Giovanna K. an der Benderstraße. Die Baustelle dort mache dem Handel zu schaffen, doch man sehe sie als positive Herausforderung: "Diese Infrastruktur vor der Haustür muss erhalten bleiben. Keiner will einen reinen Schlaf-Stadtteil." Verständnis fand sie bei Karin Bornemeyer (Wäsche-Geschäft Bornemeyer), die seit Jahren mit der Baustelle auf der Schadowstraße lebt: "Wir geben nicht auf, wir bemühen uns um unsere Kunden. Die kommen, weil sie bei uns ernst genommen werden."

Das Thema Ladenöffnungszeiten und verkaufsoffene Sonntage ist aus Sicht von Wienen ebenfalls ein wichtiger Faktor. Inzwischen seien auch die 363 Tage im Jahr geöffneten Outlets im niederländischen Roermond ein Konkurrent: "Da sind manchmal 50 Kilometer Stau ab Düsseldorf. Ganze Busse mit arabischen Touristen werden von den Kö-Hotels dorthin gefahren."

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Düsseldorf: Handel kritisiert das Stadtmarketing


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.