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Verfahren in Düsseldorf eingestellt
Besinnungsaufsatz für Wurf mit Handgranaten-Attrappe

Düsseldorf. Das Verfahren gegen einen Düsseldorfer Schüler, der seiner Lehrerin die Attrappe einer Handgranate vor die Füße rollte und dabei laut "Allahu akbar" rief, ist gegen Auflagen eingestellt worden: Der 15-Jährige muss in einem Sozialprojekt arbeiten und seine Tat schriftlich reflektieren.

Wie das Jugendgericht mitteilte, muss der junge Marokkaner zwei Bedingungen erfüllen:

  • Er muss in den nächsten vier Wochen 20 Stunden im Projekt "Gelbe Karte" arbeiten, das sich an geständige Ersttäter richtet. Das soll sein Unrechtsbewusstsein schärfen.
  • Er muss in den nächsten zwei Wochen handschriftlich einen dreiseitigen Aufsatz schreiben. Thema: "Warum man auch mit Spielzeugwaffen keine Scherze machen darf."

Der Schüler hatte seine Tat zugegeben. Demnach hatte er Mitte Mai die Plastik-Nachahmung einer Handgranate auf dem Pausenhof vor die Füße seiner Lehrerin gerollt und dabei "Allahu akbar" gerufen. Nach RP-Informationen sagte er aus, er habe sich dabei von einem Youtube-Video inspirieren lassen. Die Attrappe habe er zufällig auf dem Schulhof gefunden.

Dass Jugendrichter versuchen, mit milderen Maßnahmen auf besonders junge Täter einzuwirken, ist nicht ungewöhnlich. Mit den Auflagen solle der Schüler zur Reflektion seiner Tat gebracht werden, so das Gericht.

Im Projekt "Gelbe Karte" wird er unter Anleitung Landschaftspflege betreiben und Biotope anlegen. Dabei besteht die Gelegenheit, sich mit anderen geständigen Ersttätern auszutauschen.

Den Aufsatz wird der 15-Jährige nicht der Schule, sondern dem Gericht vorlegen. Offenbar hat es in der Schule bereits eine Schulkonferenz zu seiner Tat gegeben. Das Ergebnis ist nicht bekannt. Sicher hart treffen wird den jungen Mann aber die zusätzliche Strafe seiner Eltern: vier Wochen Handy-, Playstation- und Internetverbot.

(wuk/hpaw)
 
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