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Düsseldorf
Harter Winter - hohe Kosten

Düsseldorf: Harter Winter - hohe Kosten
Der Winter verursachte in Düsseldorf hohe Kosten. FOTO: RP, Gabriel
Düsseldorf. Die Düsseldorfer werden trotz der Mehrausgaben für den Räumdienst nicht zur Kasse gebeten, weil die Stadt mit Awista einen Festpreis vereinbart hat. Räumtrupps waren zehn Wochen im Einsatz. Verbesserungen werden geprüft. Von Michael Brockerhoff

Eine gute Nachricht für Gebühren- und Steuerzahler: Für die vielen Einsätze in den schneereichen Wochen des vergangenen Winters werden sie nicht zur Kasse gebeten. "Wir haben mit der Stadt einen Festpreis für den Winterdienst vereinbart und können die Mehrkosten nicht in Rechnung stellen", sagte Henning Friege, Geschäftsführer der Awista, bei der Bilanz des Winterdienstes. Dabei sind die Mehrausgaben bedeutend, Friege rechnet mit einem zusätzlichen Betrag von etwa einer Million Euro.

6600 Tonnen Streusalz

Ursache war der ungewöhnlich harte Winter. Zwischen Ende Dezember und Mitte März lag an 40 Tagen eine geschlossene Schneedecke in Düsseldorf, im Durchschnitt der Jahre 2003 bis 2009 waren es nur 8,5 Tage. Und selbst im als hart empfundenen Winter 2008/2009 waren es nur zwölf Tage. Die Folge: "Mit 6600 Tonnen Streusalz und 1700 Tonnen Splitt war der Verbrauch von Streumittel etwa vier Mal so hoch wie in einem durchschnittlichen Jahr", so Friege.Trotz des bundesweiten Mangels an Salz sei es der Awista durch ihre guten Geschäftsverbindungen gelungen, die Lager noch rechtzeitig aufzufüllen. Allerdings lagen die Preise mit etwa 100 Euro pro Tonne etwa doppelt so hoch wie normal, hinzu kamen Kosten für die größeren Transportwege von weit entfernt liegenden Salzlieferanten.


"Dieser Winter mit dem teilweise hohen Schnee war eine völlig neue Erfahrung", berichtete Schneepflugfahrer Andreas Günzel. Denn einen vergleichbaren Winter gab es davor zuletzt 1978/79. Aber die Fahrer hätten die Situation gemeistert. Frustriert war Günzel allerdings an dem Tag, als unerwartet 20 Zentimeter Schnee fielen und wegen der besonders tiefen Temperaturen das Salz so gut wie keine Tauwirkung hatte. "Da wurden die Straßen nicht frei, die Düsseldorfer schimpften auf Awista, obwohl wir unheimlich viel gearbeitet haben", sagte Günzel.

Er ist froh, dass der Winterdienst jetzt vorbei ist. Denn die Schneeräum-Teams waren zehn Wochen ununterbrochen im Einsatz. "Manchmal konnte ich nur acht Stunden zu Hause sein", so Günzel. Denn ab drei Uhr morgens müssen die Räum-Mannschaften unterwegs sein, damit zum Berufsverkehr die Straßen befahrbar sind.

Durch den ungewöhnlich harten Winter wurden auch Schwachstellen bei der Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen der Stadt deutlich, beispielsweise der Rheinbahn. "Es gab anfangs Probleme bei der Abstimmung der Räumeinsätze auf Straßen mit Schienen, aber das hat sich dann eingespielt", sagte Abteilungsleiter Udo Meyer rückblickend. Die Konsequenz liegt auf der Hand. "Wir werden zusammen mit Rheinbahn und Stadtverwaltung die Einsätze analysieren und die Abstimmung verbessern", so Meyer. Aber gegen zu viel Schnee und Kälte sei auch ein gut organisierter Wintedienst machtlos.

Quelle: RP
 
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