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Kolumne Die Woche In Den Stadtteilen
Hauptbahnhof-Umgebung braucht Schönheitskur

Düsseldorf. Viele Menschen beklagen den Zustand am Stresemann- und Mintropplatz. Dass am Bahnhof ein neues Quartier entstehen soll, ist eine günstige Chance für eine Umgestaltung im großen Umfang.

Selten ist die Meinung so einhellig. Doch wenn über das Areal rund um den Hauptbahnhof gesprochen wird, sind viele Düsseldorfer einer Meinung: So bitte nicht! Und das ist auch nicht verwunderlich, ist die "Nachbarschaft" rund um den Hauptbahnhof doch in jede Himmelsrichtung alles andere als einladend.

Es muss etwas getan werden - das hat man auch bei der Stadt schon festgestellt und 2008 ein Programm zur Umgestaltung und Aufwertung beschlossen. Nur: Passiert ist seitdem noch viel zu wenig. Der Mintropplatz - in unmittelbarer Nähe zu dem Ort, an dem vor kurzem die bundesweit beachtete Polizei-Razzia gegen mutmaßliche nordafrikanische Straftäter stattfand - fristet weiterhin ein jämmerliches Dasein, gilt zudem als ein sozialer Brennpunkt.

Der Stresemannplatz war zwar von der Stadt vor einigen Jahren aufwendig und kostspielig umgeplant und -gestaltet worden (unter anderem wurde die Verkehrsführung verbessert und damit der Unfallschwerpunkt entschärft, Yucca-Palmen und Autoreifen von Künstlerin Tita Giese vor Ort gepflanzt beziehungsweise aufgestellt). Doch wenn man sich den Platz heute ansieht, muss man ihn auch (wieder) der Kategorie "So bitte nicht" zuordnen: Das ehemalige Tankstellen-Areal dort wird gerne als Müllabladeplatz genutzt, dubiose "Gestalten" treiben sich dort gerne rum, Geschäfte drumherum stehen leer, und auch die Erotik- und Dance-Table-Bars in unmittelbarer Nähe wirken alles andere als einladend. Zu Recht kritisieren Anwohner und Geschäftsleute den Verfall vor Ort und wollen, dass die Stadt endlich handelt.

Die Hauptbahnhof-Umgebung ist keine Visitenkarte für Düsseldorf, eine Schönheitskur längst überfällig. Dass das 17.000 Quadratmeter große Gelände am Hauptbahnhof zwischen Konrad-Adenauer-Platz, Harkortstraße, Mintropplatz und den Bahngleisen zu einem neuen städtischen Quartier entwickelt werden soll, unter anderem Hotels, Gastronomie, Einzelhandel, Büros und - sofern es die Lärmwerte zulassen - auch Wohnraum entstehen sollen, ist eine günstige Gelegenheit, um die Hauptbahnhof-Umgebung im großen Umfang aufzuwerten. Jetzt ist die Zeit, um vor Ort etwas zu bewirken!

Man sollte die Gunst der Stunde nun aber auch nutzen.

Quelle: RP
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