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Wilhelm-Ferdinand-Schüßler-Tagesschule
Hauptschule in Rath ist Digital-Vorreiter

Wilhelm-Ferdinand-Schüßler-Tagesschule: Hauptschule in Rath ist Digital-Vorreiter
Bei der Übergabe an die Wilhelm-Ferdinand-Schüßler-Tagesschule zeigten die Schüler schon einmal das kreative Potenzial der Tablets. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Manche Schulen in Düsseldorf sind noch nicht mit flächendeckendem W-Lan versorgt. Ganz anders sieht es bei der Wilhelm-Ferdinand-Schüßler-Tagesschule aus: Dort stehen 300 Schülern 235 iPads zur Verfügung. Ein Pilotprojekt. Von Ludwig Krause

Was haben sich die Hauptschulen in den vergangenen Jahren nicht alles anhören müssen: perspektivlos, Auslaufmodell, Resterampe. Umso bemerkenswerter ist, dass in puncto Digitalisierung ausgerechnet eine Hauptschule in Düsseldorf Vorreiter ist und Schlagzeilen macht. Die Wilhelm-Ferdinand-Schüßler-Tagesschule ist auf einem guten Weg, eine Eins-zu-Eins-Ausstattung ihrer Schüler mit Tablet-PCs zu realisieren. Zu den bereits vorhandenen 60 iPads an der Schule sind noch einmal 175 dazugekommen. Damit kommen am Rather Kreuzweg auf etwa 300 Schüler 235 Tablets. Ein Verhältnis, von der andere Schulen in der Landeshauptstadt nur träumen können.

Mit dem Projekt setzt die Wilhelm-Ferdinand-Schüßler-Tagesschule Zeichen. Zum einen, dass in Hauptschulen durchaus noch investiert wird. An der Schule haben zehn Prozent der Schüler Unterstützungsbedarf, 20 Prozent einen Migrationshintergrund - sie stammen aus insgesamt 39 Nationen. "Der Stadtteil Rath befindet sich seit vielen Jahren in einer totalen Umwälzung", sagt der Schulausschussvorsitzende Wolfgang Scheffler. Es sei immer ein integrativer Stadtteil gewesen, und die Schule ein wichtiger Bestandteil. "Wer erleben möchte, dass die Hauptschule lebt, der soll herkommen." Ermöglicht wird das dank der Bereitstellung der finanziellen Mittel durch die Bezirksvertretung 6. Die Schule liegt im Gebiet der Quartiersentwicklung Rath/Mörsenbroich, auch als Projekt "Soziale Stadt" bekannt. Das hat zum Ziel, die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen zu erhöhen und den Schulstandort zu stärken. Die iPad-Versorgung sei dabei ein Meilenstein.

Zum anderen setzt die Schule mit dem Projekt beim digitalen Wandel Zeichen. In der Vergangenheit hatte es immer wieder heftigen Streit um die Geschwindigkeit des Internet-Ausbaus an Schulen gegeben. Bei manchen ist kabelloses Surfen oder Hochgeschwindigkeits-Internet bisher nicht mehr als ein frommer Wunsch. Hätte man so weitergemacht wie bisher, wären noch Jahrzehnte verstrichen, ehe die Schulgebäude mit der notwendigen Infrastruktur ausgerüstet worden wären, räumt Scheffler ein. "Daher haben wir das ganze Verfahren etwas beschleunigt. Innerhalb der kommenden 1,5 Jahre sollen alle Schulen mit W-Lan versorgt sein." Auch das Problem, sensible Daten in einem sicheren, nur intern erreichbarem Netzwerk zu schützen, habe man angegangen. Bis zu den Sommerferien will der Oberbürgermeister eine entsprechende Software vorstellen. Dass der digitale Wandel an den Schulen eine Notwendigkeit ist, daran lässt das Kollegium der Wilhelm-Ferdinand-Schüßler-Tagesschule keinen Zweifel. "Das ist ein Meilenstein in unserer Schulgeschichte", sagt Schulleiter Uwe Schorscher. Er habe erlebt, wie die iPads das Lernverhalten veränderten. Die Lernatmosphäre in den Tablet-Klassen habe sich deutlich verbessert. Selbst Schüler, die sich dem Unterricht in der Vergangenheit eher entzogen hätten, würden nun aktiv teilnehmen. Der Lehrer hat die volle Kontrolle, kann die Zwischenergebnisse einsehen und sogar Aufgaben an jene Schüler nach Hause schicken, die krankheitsbedingt nicht teilnehmen.

Aber, auch das macht Scheffler klar: "In fünf Jahren werden nicht plötzlich alle Schulen in Düsseldorf mit Hunderten iPads ausgerüstet sein. Erst einmal ist der Internetzugang wichtig."

Quelle: RP
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