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Düsseldorf
Hausrisse durch Benderstraßen-Umbau?

Düsseldorf: Hausrisse durch Benderstraßen-Umbau?
In der Fassade des Hauses von Michael Hunsdiek, hier mit Nachbarin Susanne Staper, zeigen sich Risse. Er hat die Umbauarbeiten auf der Benderstraße als Ursache in Verdacht. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Anwohner der Benderstraße in Gerresheim beklagen, dass durch den Straßenumbau Schäden an ihren Häusern entstanden seien. Die Verantwortlichen wollen die Fälle prüfen. Von Arne Lieb

Bislang haben sich fünf Hauseigentümer zusammengefunden, sie suchen derzeit nach weiteren Betroffenen. Sie beschweren sich über Risse in Fassaden und Außentreppen. Ihre Vermutung: Die starken Erschütterungen durch die "Rüttelmaschinen", die für die Verdichtung des Bodens eingesetzt wurden, seien verantwortlich.

Es geht um den oberen Teil der Straße in Richtung der Haltestelle "Auf der Hardt". Michael Hunsdiek, einer der Betroffenen, hat an seinem Haus zudem einen Spalt zwischen Fassade und Bürgersteig entdeckt. "Im Keller ist es feuchter geworden", sagt er. Ein Riss in der Eingangstreppe ist deutlich zu erkennen. Den gibt es auch im Nebenhaus, der Eigentümer ist ebenfalls alarmiert. Hunsdiek zweifelt daran, dass die Verantwortlichen beachtet haben, dass an der Benderstraße alte, empfindliche Häuser stehen - seins hat das Baujahr 1901. "Bei anderen Vorhaben gibt es unzählige Gutachten, warum nicht hier?"

Nachbarin Susanne Staper, die auch über Schäden an ihrem Haus klagt, berichtet von erheblichen Erschütterungen durch die schweren Geräte, mit denen der Boden für Gleise und Fahrbahnen verdichtet wurde. "Teller und Tassen haben im Schrank geklirrt", erzählt sie. "Das war wie im Erdbebengebiet." Das haben auch andere Anwohner so erlebt. Sie sorgen sich, wie es erst wird, wenn Bürgersteig und Straße direkt vor ihren Häusern erneuert werden - bislang war das nur auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Fall.

2012: Ärger um Umbau der Benderstraße FOTO: Endermann, Andreas

Sollte sich herausstellen, dass die Schäden wirklich durch den Umbau entstanden sind, müsste zunächst einmal der Urheber gefunden werden. Die wichtigste Einkaufsstraße des Stadtteils wird noch bis August komplett umgestaltet - nach einer langen, hitzigen Diskussion. Es gibt diverse Arbeiten: Die Stadtwerke haben Gas-, Strom- und Wasserleitungen erneuert, auch schon vor den betroffenen Häusern. Die Rheinbahn verlegt die neuen Schienen, das Amt für Verkehrsmanagement gestaltet die Straßenoberfläche. Anwohner klagen über Lärm, Sperrungen und Dreck.

Zu möglichen Schäden an Häusern wollen sich alle Verantwortlichen erst nach einer Prüfung äußern. Lässt sich ein Zusammenhang nachweisen, dürfte es eine Entschädigung geben. "Das wären klassische Versicherungsfälle", sagt die Leiterin des Amts für Verkehrsmanagement, Andrea Blome. Vibrationen seien ganz normal, wenn der Untergrund verdichtet werden müsse. Allerdings würden nur angemessene Geräte eingesetzt. "Dazu gibt es Vorschriften", sagt Blome. Bei der kürzlich auf dieselbe Weise erneuerten Birkenstraße in Flingern seien keine solchen Probleme aufgetreten. Stadtwerke-Sprecher Michael Pützhofen rät den Anwohnern, die Bürgeranhörungsstelle in der Bezirksvertretung aufzusuchen. Man habe diese extra für solche Fälle eingerichtet. "Wenn da was dran ist, werden wir selbstverständlich eintreten."

Quelle: RP
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