| 18.16 Uhr

Düsseldorfer Statisten
Heiratsantrag auf der Bühne der Oper

Düsseldorfer Statisten: Heiratsantrag auf der Bühne der Oper
Julia Langeder (29) und Djamal Chain (32) sind seit sieben Jahren ein Paar. Sie lernten sich bei der Arbeit in einem Café kennen. FOTO: Endermann, Andreas
Düsseldorf. Die Vorstellung war schon vorbei, da hatten zwei Statisten noch ihren großen Moment: Unter dem Applaus des gesamten Publikums in der Deutschen Oper kniete Djamal nieder und fragte seine Freundin Julia, ob sie ihn heiraten möchte.   

Ein Zettel hätte Djamal Chain beinahe die Überraschung verdorben. "Antrag auf lebenslänglich" stand darauf, darunter die Namen von Freunden, die er einladen wollte, um ihn bei seinem Heiratsantrag zu unterstützen. Irgendwie landete dieser Zettel in der Handtasche seiner Freundin Julia Langeder. Und sie stutzte. War sie doch im vergangenen Jahr Gast auf acht Hochzeiten gewesen, fragten alle in ihrem Umfeld: "Wann heiratet ihr denn?" Diese Frage ist jetzt beantwortet. Im Sommer 2017 soll es soweit sein.

Denn Djamal, ebenso wie Julia Statist in der Deutschen Oper, machte seiner Freundin nach der Vorstellung von "L'elisir d'amore" am Donnerstagabend einen Heiratsantrag. Im Schlussapplaus trat er mit einem Plakat auf die Bühne, darauf war ein rotes Herz gemalt. Der Publikumssaal tobte da schon eine ganze Weile, denn dort saßen 60 Freunde des Paars und feuerten Djamal an.

"Ich habe mich schon über den Applaus gewundert", sagt Julia. "Das war wie bei einem Rock-Konzert." Auch ein Statistenkollege war eingeweiht, er gab Julia im entscheidenden Moment einen Schubs, als sie nicht fassen konnte, was da gerade passierte, und kurz wie angewurzelt war.

Heiratsantrag in der Oper

Mitten auf der Bühne stand sie vor dem knieenden Djamal, schlug die Hände vors Gesicht, wollte lachen und weinen zugleich. "Schön, wenn mir Djamal hier einen Heiratsantrag machen würde. Ja, das habe ich wirklich gedacht", sagt sie eindringlich. Das war wohl, was man eine selbst erfüllende Prophezeiung nennt.

Unter Djamals "Antrags-Orten" war auch der Rheinturm, doch dann entschied er sich für die Bühne. "Ich wollte es dort machen, denn die Oper gehört zu ihrem Leben", sagt er. Und lächelt so breit, dass es Muskelkater geben muss.

(vpa)
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