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Düsseldorf
Helfen mit Musik, Häkeln und Sport

Düsseldorf: Helfen mit Musik, Häkeln und Sport
Barbara Philipps, Leiterin der Stadtbücherei Rath, zeigt dem Syrer Mohamed Schade Deutsch-Bücher. FOTO: Christoph Reichwein
Düsseldorf. Im Stadtbezirk 6 sind durch die vielen Flüchtlinge für die dortigen Institutionen neue Aufgabenbereiche entstanden. Von Julia Brabeck

Im Stadtbezirk 6 könnten ab Juli über 2860 Flüchtlinge untergebracht werden. Das stellt die Bürger und Institutionen vor Ort vor große Herausforderungen. Diese leisten bereits jetzt schon auf ganz unterschiedliche Weise Hilfe und erweitern ihre Programme. Die evangelische Thomaskirche bietet Hausaufgaben-Hilfe für Flüchtlingskinder an, wenn beispielsweise von den Mitarbeitern des eigenen Second-Hand-Lädchens auf einen Bedarf aufmerksam gemacht wird. "Wir haben auch Gemeindemitglieder, die mit Flüchtlingen zusammen musizieren und so die Gottesdienste und andere Veranstaltungen mitgestalten", sagt Pfarrer Carsten Körber. Zudem wird nun geprüft, wie Jugendliche der Gemeinde gemeinsam mit jugendlichen Flüchtlingen Sport treiben können.

Den Tag der Flüchtlinge zu strukturieren, diesen eine Beschäftigung zu bieten und sie in das Stadtteilleben zu integrieren, ist auch ein Anliegen des ASG-Bildungsforums, das seinen Sitz im Familienzentrum am Rather Kreuzweg hat. Dort werden verstärkt Deutschkurse auch für die Menschen angeboten, die noch kein Bleiberecht haben, aber deren Prognosen dafür gut sind. "Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin holt zudem einmal in der Woche Familien aus der Traglufthalle ab und geht mit diesen in das benachbarte Familienzentrum an der St.-Franziskus-Straße, um sie mit der deutschen Sprache vertraut zu machen", sagt Monika Reckmann, Leiterin der ASG in Rath. In dieser Woche startet dort noch eine Handarbeitsgruppe, in der die Teilnehmer gegenseitig von den Fähigkeiten der anderen profitieren sollen. "Ein weiteres Angebot ist unser Sprachcafé, das für einen regen Austausch sorgt und in dem viele Themen diskutiert werden. Das Café steht allen Bürgern offen, egal woher sie stammen."

Das gilt auch für die zwei internationalen Klassen des Friedrich-Rückert-Gymnasiums in Rath. Diese wurden vor einem Jahr für Schüler aus der ganzen Welt eingerichtet, kommen jetzt aber auch verstärkt den Flüchtlingen zu Gute. Der Bedarf ist so groß, dass nun eine weitere Klasse hinzukommen soll. "Dort lernen die Schüler vor allen Dingen Deutsch und können dann später in die bestehenden Klassen oder auf andere Schulen wechseln", sagt Schulleiterin Dorothee Pietzko. Um den Übergang zu erleichtern, nehmen die Schüler der internationalen Klasse vorher am Sport-, Mathe- oder Kunstunterricht der Regelklassen teil und bekommen einen anderen Schüler als Paten zugeordnet.

Bisher nur vereinzelt besuchen Flüchtlinge die Stadtbücherei Rath. Dabei können diese dort auch ohne Bibliotheksausweis lernen, spielen und alle Medien nutzen. Wer einen Aufenthaltstitel hat, erhält kostenfrei einen Büchereiausweis und kann dann auch das Wlan nutzen. "Die Düsseldorfer Zentralbibliothek und einige Stadtteilbüchereien erhalten nun auch Fördergelder vom Land. Wir können damit weitere, auf die Flüchtlinge zugeschnittene Medien besorgen und zweisprachige Veranstaltungen durchführen", sagt Barbara Philipps, Leiterin der Zweigstelle in Rath.

Die Jugendfreizeiteinrichtung Ekkehardstraße holt einmal in der Woche Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern aus den Unterkünften ab, damit diese die Angebote der Einrichtung kennenlernen. Inzwischen kommen viele an anderen Tagen sogar selbstständig dorthin.

Quelle: RP
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