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Kunstakademie
Henkel geht, Bagel kommt

Kunstakademie: Henkel geht, Bagel kommt
Gabriele Henkel hatte de Rothschild eingeladen. FOTO: Endermann
Düsseldorf. Die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Kunstakademie wird die Hochschule künftig unter neuer Leitung fördern: Dem 1918 gegründeten Verein steht seit 30 Jahren Gabriele Henkel vor, die Kraft ihrer Persönlichkeit und unter Einsatz ihres ausgefeilten Kunstsinns für die Belange der Akademie gekämpft hat. Von Annette Bosetti

Sie nutzte ihre vielfältige Vernetzungen aus und ergriff voller Idealismus Initiativen, die der Kunst und dem Nachwuchs galten. Auch Geld hat sie eingeworben und gespendet. Unliebsame Einflussnahme hat es nicht gegeben.

Gestern trat Gabriele Henkel aufs Podium in der Aula der Akademie mit einer kleinen launigen Abschiedsrede. Sie hatte sich jeden Pomp verbeten, erhielt Blumen, ein Lüpertz-Bild und warme Umarmungen. Sie dankte allen Mitstreitern und bedauerte, dass man es bisher nicht geschafft habe, den Mittelstand auf die Seite der Kunst zu ziehen. Der Verein müsse wachsen und neue Kreise ansprechen.

"Meine etwas ungewöhnlichen Vorschläge wurden oft nicht akzeptiert und nicht realisiert", resümierte Henkel, "zum Beispiel den Einzelhandel auf der Kö und in anderen Verkaufsstraßen anzusprechen." Die Modehändler arbeiteten schließlich auch im Bereich der Künste und der Phantasie, sie selber habe einmal acht Fenster bei Karstadt dekoriert – dies alles sei für die Kunststadt Düsseldorf wichtig. Für die Zukunft wünscht sie sich unbedingt, dass sich der Mittelstand im Freundeskreis engagiert.

Gabriele Henkel setzt nun das Vertrauen in ihre Nachfolgerin Friderike Bagel. Mit der 39-jährigen Juristin bei KPMG, Schwester von Henkel-Aufsichtsratsvorsitzender Simone Bagel-Trah und entfernte Großnichte von Gabriele Henkel, bleibt der Vorsitz in der Familie. In einer sympathischen Ansprache nahm Bagel ihr Amt an und versprach, ihrem großen Vorbild nachzueifern. Verjüngung des Freundeskreises und Gewinnung neuer Kreise – das sei vorgesehen, um die Akademie weiter zu unterstützen.

Quelle: RP
 
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