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Düsseldorf
Hier hat alles eine Geschichte

Düsseldorf. Bei Stuf-f gibt es Möbel und Bekleidung, Vintage und neu. Und es gibt zu allem eine hübsche Story. Zwei Werber sind die Betreiber. Von Torsten Thissen

Es ist ja gar nicht so einfach, Dinge zu verkaufen, in den allermeisten Fällen brauchen die Menschen einen triftigen Grund, damit sie ihr Geld hergeben. Besonders schwierig wird es bei Dingen, die es überall zu kaufen gibt. Jeans etwa. Die gibt es für 20 Euro bei den großen Ketten in allen Größen in schier unüberschaubarer Auswahl. Und es gibt sie bei stuf-f auf der Birkenstraße. Hier gibt es die Jeans von Blaumann, einer Manufaktur aus Süddeutschland mit historischer Webkante, Kappnähten, extra verstärkten Gesäßtaschen mit verdeckten Taschennieten, ungewaschen. Nummerierten Lederetiketten manche aus limitierten Kleinserien machen jedes Teil auch zu einem Sammlerstück. Alle Materialien wie Knöpfe, Nieten, Garne, Leder- und Papieretiketten werden in Deutschland bezogen, der Stoff kommt aus Japan, natürlich sind die Hosen ungewaschen, hart und dick. "So eine Jeans hält eine Ewigkeit", sagt Thomas Jablonski, einer der beiden Betreiber von Stuf-f. Jablonski begeistert sich für die Sachen, die er verkaufen will, für Stiefel aus den USA, dort gefertigt, deren Vorbild ein alter Arbeiterschuh ist, der dem Großvater der Schuhfirmen-Gründer einst gehört hat und den sie auf dem Dachboden gefunden haben. Er schwärmt von Qualitäten, kleinen Auflagen, von Pullovern, die richtig warm halten, Taschen, die nicht zerreißen, Ledersesseln, deren Bezug so dick ist, dass ein handelsübliches Küchenmesser hoffnungslos daran scheitern würde. Es sind eben jene Geschichten, die das Stöbern in seinem Laden so interessant macht.

Jablonski und sein Partner Stephan Bartelmuss wissen das natürlich genau, denn die beiden sind eigentlich Werber. Als solche wissen sie Produkte, die von sich aus eine Geschichte zu erzählen haben, zu schätzen, üblicherweise müssen sich Werber die Geschichten ja ausdenken, um das Produkt interessant zu machen. "Ich habe selbst immer solche Sachen gekauft, meine Wohnung sieht genau so aus", sagt Jablonski und deutet auf die groben Tische aus Stahl und Holz eines Berliner Möbelherstellers. Auch Vintage-Möbel sind im Angebot, so etwa der DSX von Ray und Charles Eames, 1948 als Beitrag für den "Low Cost Furniture Design"-Wettbewerb des MoMA entworfen. Der Original-Nachbau kostet inzwischen neu etwa 200 Euro, die Vintage-Stühle gibt es dafür nicht, da kann es doppelt so teuer werden. "Im Moment konzentrieren wir uns noch auf Männermode", sagt Thomas Jablonski. Doch der Laden sei offen für neue Ideen. Der Name steht übrigen für Stephan, Thomas und Freunde - feine Sachen.

Stuf-f Birkenstraße 45, bisher immer nur samstags, ab Januar regelmäßig.

Quelle: RP
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