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Düsseldorf
Hilfezentrum: Eltern erwägen Anzeige wegen Fotos

Vorwürfe gegen Kinderhilfezentrum
Düsseldorf. Die Fixierung eines Mädchens durch Mitarbeiter des Kinderhilfezentrums war offenbar in beiden Fällen zulässig. Dies teilt das Jugendamt mit.

Die Eltern des Mädchens hätten sich sogar bedankt für die "zwingend notwendige" Maßnahme, um das Mädchen vor sich selber zu schützen. Die Eltern erwägen laut Jugendamt eine Anzeige, da die Identität des Kindes durch Fotos aufgedeckt wurde, die das ZDF in einem Fernsehbeitrag gezeigt hat. Ein Schal, den das Kind trug, erlaubte demnach Rückschlüsse. Ein Wachmann hatte in dem Beitrag den Vorwurf erhoben, die Fixierungen seien unangemessen gewesen.

Medienberichte über mögliche Missstände in der Einrichtung haben das Jugendamt dazu veranlasst, die Organisation des Hilfezentrums zu überprüfen. Außerdem hat die Stadt angekündigt, die in dem ZDF-Beitrag erhobenen Vorwürfe zu klären und die Öffentlichkeit zu unterrichten. Gestern verschickte die Stadt einen "Newsletter" mit Zwischenergebnissen. Demnach gibt es bislang keine Bestätigung für den Vorwurf, dass unbegleitete minderjährige Flüchtlinge von Mitarbeitern geschlagen worden sind. Auch eine Befragung aller Kinder und Jugendlichen durch die Polizei führte zu keinen Erkenntnissen. Die Stadt hat zur Klärung der Vorwürfe eine Anzeige gegen Unbekannt gestellt.

Das Jugendamt verstärkt zudem das Personal. Für die Betreuung der Flüchtlinge in der neuen Wohngruppe in einem ehemaligen Altersheim werden acht Stellen geschaffen, zwei Fachkräfte kommen im Hilfezentrum dazu. Außerdem will man die Auswahlkriterien für Honorarkräfte verschärfen und "nur noch Personen mit pädagogischem Abschluss oder auf pädagogischem Ausbildungsweg" einstellen.

(arl)
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