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Düsseldorf
Historiker kämpft gegen Entzug des Doktortitels

Düsseldorf. Per Klage gegen die Heinrich-Heine-Uni kämpft ein Historiker (47) seit gestern beim Verwaltungsgericht um seine Doktorarbeit und damit um seine akademische Ehre. Die Uni hatte ihm den Doktorgrad entzogen, weil er in einer Dissertation 2011 große Textpassagen aus drei fremden Werken abgekupfert, so systematisch und mit Täuschungsabsicht ein Plagiat als Doktorarbeit abgeliefert habe. Das bestreitet der 47-Jährige. Er gab zu, damals fremde Werke zum Thema der Sklaverei ostdeutscher Kolonialmächte im transatlantischen Raum gelesen zu haben.

Dass er dann aber große Passagen aus drei fremden Werken abgekupfert, nur die Haupt- gegen die Nebensätze ausgetauscht und daher bei seiner Doktorarbeit gezielt geschummelt habe, wies er empört zurück. Doch als einer der Verfasser der anderen Werke die Dissertation des Klägers gelesen und darin eigene Formulierungen entdeckt sowie Anfang 2016 die Uni-Verwaltung informiert hatte, kamen deren Experten nach vergleichender Gegenüberstellung mit der Doktorarbeit des Klägers zu dem Fazit: Statt einer eigenständigen Arbeit entsprechend der wissenschaftlichen Redlichkeit habe der 47-Jährige bloß ein Plagiat geliefert, das eines Doktortitels nicht würdig sei.

Ob das Gericht das auch so sieht, ist noch offen.

(wuk)
 
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