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Düsseldorf
HIV-Infektion verschwiegen? - Prozess eingestellt

Düsseldorf: HIV-Infektion verschwiegen? - Prozess eingestellt
Der Prozess fand vor dem Landgericht Düsseldorf statt. FOTO: dpa, Jan-Philipp Strobel
Düsseldorf. Hat ein HIV-Positiver seiner Freundin seine Krankheit verschwiegen? Oder nahm sie das Risiko beim ungeschützten Sex bewusst in Kauf? Ein Strafprozess in Düsseldorf sollte die Wahrheit ans Licht bringen. Doch das misslang.

Der Prozess gegen einen HIV-Infizierten wegen ungeschützten Geschlechtsverkehrs ist in Düsseldorf gegen Zahlung von 300 Euro an die Aids-Hilfe eingestellt worden. Der 29-Jährige war unter Verdacht geraten, seiner Freundin die HIV-Infektion verschwiegen und ungeschützten Sex mit ihr gehabt zu haben. Die Ex-Freundin hatte ihn angezeigt. Doch an ihrer Version waren im Prozess Zweifel aufgetaucht.

Amtsrichterin Bettina Brost konnte nicht ausschließen, dass es sich bei der Anzeige wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung um einen Racheakt der Ex-Freundin nach der Trennung gehandelt hatte. Der Angeklagte hatte beteuert, seiner damaligen Freundin - wie seiner jetzigen Frau - rechtzeitig von seiner HIV-Infektion erzählt zu haben.

Anzeige als Racheakt der Ex-Freundin?

Ein Uni-Mediziner stufte die Ansteckungsgefahr wegen der kaum nachweisbaren Virenlast als verschwindend gering ein. Die Ehefrau sagte aus, ihr Mann habe sie tatsächlich rechtzeitig von der Infektion unterrichtet und sie habe das Risiko in Kauf genommen. Weder sie noch ihr gemeinsames Kind hätten sich angesteckt.

Die Ex-Freundin soll nach dem ersten Prozesstag ihr Konto bei Facebook gelöscht haben. Dort soll sie dem Angeklagten und seiner neuen Partnerin gedroht haben, sie werde dem Paar das Leben zur Hölle machen. Die Beweise, die das belegen können, seien durch die Löschung leider verschwunden, sagte die Verteidigerin des Angeklagten.

(lsa/lnw)
 
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