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Düsseldorf
Hoffen auf Lärmschutz an Güterstrecke

Düsseldorf: Hoffen auf Lärmschutz an Güterstrecke
Dieter Lanz, Martin Schulze und Dieter Treitz (von links) von der Bürgerinitiative fordern Lärmschutz an der Güterstrecke. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Zehntausende Düsseldorfer leben an der Güterstrecke von Rath bis Eller. Die Zahl der Züge, die dort täglich verkehren, soll erheblich erhöht werden. Das sorgt für Sorgen bei den Anwohnern. Der Bundestag könnte helfen. Von Arne Lieb

In die Debatte um Lärmschutz an der Güterbahnstrecke von Rath nach Eller kommt Bewegung. Am 17. Mai befasst sich der Petitionsausschuss des Bundestags mit einer Beschwerde eines Anwohners - in anderen Fällen hat ein solches Verfahren den Bau von Schutzwänden begünstigt. Außerdem laufen Gespräche zwischen Bahn, Stadt, Politik und Bürgern, gestern kam man nach Informationen unserer Redaktion zu einem Treffen zusammen.

Der Lärm an der Strecke sorgt bereits seit Jahrzehnten für Protest - der aus aktuellem Anlass zunimmt. Der 18 Kilometer lange Abschnitt durch Rath, Grafenberg, Gerresheim, Flingern, Vennhausen und Eller führt mitten durch die Stadt, auf dem längsten Teil ohne Lärmschutz. Rund 120 Züge passieren täglich. Anwohner beklagen 24-Stunden-Belastung. "Am Abend geht es erst richtig los", sagt Dieter Treitz von der Initiative "Bahnlärm - so nicht".

Nun soll die Verbindung noch intensiver genutzt werden: Die Gleise gehören zur sogenannten TEN-Strecke vom niederländischen Rotterdam bis ins italienische Genua. Es sollen ab 2020 erheblich mehr und dazu längere Züge verkehren. Im Raum steht eine Verdoppelung der Fahrten. Die Initiative fordert, dass endlich Lärmschutz entsteht. "Das wird eine Autobahn", beklagt Treitz.

Das Problem: Da die Strecke nicht ausgebaut werden soll, besteht wohl kein rechtlicher Anspruch - anders als etwa bei den Umbauten für den Rhein-Ruhr-Express (RRX). Eine Hoffnung ist daher insbesondere das Bundesprogramm für eine "freiwillige Lärmsanierung". Dafür müsste die Düsseldorfer Strecke aber den Vorzug vor vielen anderen in Deutschland bekommen.

Dabei könnte der Petitionsausschuss des Bundestags helfen, an den sich Bürger wenden können. Er trifft sich nach der Eingabe nun zum sogenannten Berichterstattergespräch, an dem Verkehrsministerium und Bahn teilnehmen. Falls der Ausschuss am Ende Lärmschutz empfiehlt, weil die Strecke besonders von Lärm betroffen ist, könnte der Abschnitt mit Priorität behandelt werden. 42 Millionen Euro soll die 15 Kilometer lange Wand kosten.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Andreas Rimkus verweist darauf, dass das Vorgehen bei ähnlichen Fällen in Bremen und im Elbtal bei Dresden Erfolg gebracht hat. "Ich bin froh, dass es zu dem wichtigen Gespräch kommt." Der Vorsitzende des städtischen Umweltausschusses, Philipp Tacer (SPD) betont, dass die Kommunalpolitik das Anliegen unterstütze.

Die CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Jarzombek und Sylvia Pantel verweisen ebenfalls darauf, dass sie sich in Berlin einsetzen. "Wir müssen jetzt Lobbyarbeit machen", sagt Jarzombek. Man müsse die Verantwortlichen überzeugen, dass an der Strecke besonderer Bedarf herrsche. In der Tat gehört der Abschnitt zu den heiklen der Strecke, da er durch die Stadt führt.

Dieter Treitz lobt die Bemühungen der Politik, bleibt aber vorsichtig. Zum Feiern ist ihm genau wie seinen Mitstreitern noch nicht zu Mute. "Das ist alles noch in einem frühen Stadium."

Quelle: RP
 
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