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Düsseldorf
Hund rettet demenzkranke Frau vor dem Kältetod

Düsseldorf: Hund rettet demenzkranke Frau vor dem Kältetod
Hans-Jürgen Sommer und sein Hund Aaron. FOTO: Endermann, Andreas
Düsseldorf. Eine 90-jährige Demenzkranke aus einem Düsseldorfer Pflegeheim lag nachts in einem Vorgarten, als Hund Aaron sie fand. Von Torsten Thissen

Der letzte Gang, so nennt Hans-Jürgen Sommer das, wenn er jede Nacht etwa gegen 0 Uhr noch einmal mit seinem Hund losgeht, so auch am Donnerstag. Sommer ließ Aaron frei, was man ja eigentlich nicht machen soll, aber um die Zeit, da sind ja eh keine Passanten mehr auf der Hansaallee unterwegs, dachte er.

Aaron verzog sich in einen Vorgarten mit Büschen. "Plötzlich fing er an zu bellen. Er hörte auch nicht auf, als ich ihn rief und ihn an die Leine nahm. Also sah ich nach", sagt Sommer. Zunächst erkannte er nur etwas Weißes, dann einen Körper: ein Mensch. "Zuerst war ich schockiert. Ich wollte die Polizei anrufen, hatte mein Telefon aber zum Aufladen zuhause gelassen." Sommer hielt einen zufällig vorbeikommenden Passanten an, der ihm das Handy lieh, um die Polizei zu rufen. Die Beamten verständigten schließlich die Feuerwehr.

Düsseldorfer Prominente mit Hund FOTO: Endermann, Andreas

Bei der Person handelte es sich um eine demenzkranke Frau aus dem nahegelegenen Dorothee-Sölle-Hauses der Diakonie. Ein Rettungswagen brachte sie ins Krankenhaus, inzwischen ist sie wieder im Pflegeheim. "Es geht ihr gut. Wir sind dankbar und erleichtert, dass Herr Sommer und sein Hund sie gefunden haben. Wahrscheinlich wäre sie sonst gestorben", sagt der Leiter der Einrichtung, Peter Wienß.

Eine Viertelstunde vor dem Auffinden habe der Nachtdienst noch seine Runde gemacht und die alte Dame in ihrem Zimmer gesehen. Natürlich sind alle unsere Türen in der Nacht verschlossen, aber die Notausgänge müssen offenbleiben. Durch einen dieser Ausgänge sei die orientierungslose Frau nach draußen gekommen, so Wienß. "Das ist ein Risiko, mit dem wir als offenes Haus leben müssen." Die Alternative wäre, demenzkranke Menschen in ihren Betten zu fixieren oder sie mit Medikamenten ruhigzustellen. "Das aber wollen wir vermeiden", sagt Wienß.

Quelle: RP