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Normalisierung erst am frühen Abend
Hunderte Verspätungen am Airport

Normalisierung erst am frühen Abend: Hunderte Verspätungen am Airport
FOTO: centertv
Düsseldorf . Am Mittwoch mussten tausende Passagiere am Düsseldorfer Flughafen auf ihre Flieger warten. Grund war eine zusätzliche Betriebsversammlung der Beschäftigten bei der Bodenpersonal-Sparte. Dort sollen 380 Stellen wegfallen. Die Störungen im Flugverkehr dauerten bis zum frühen Abend an. Von Thorsten Breitkopf

Eine Betriebsversammlung des Bodenpersonals am Flughafen Düsseldorf hat am Mittwoch zu erheblichen Einschränkungen im Flugverkehr geführt. Mindestens jeder zweite Flug am Airport hatte durch die Veranstaltung Verspätung, wie gestern Thomas Kötter, Sprecher des Flughafens, auf Anfrage bestätigte.

Im Schnitt starten und landen in Düsseldorf rund 500 Flieger täglich. Demnach dürften etwa 250 Flüge von den Verspätungen betroffen gewesen sein. Zu Flugausfällen sei es aber nicht gekommen. Betroffen waren vor allem die Verbindungen von Air Berlin und kleinerer Airlines. Die Flüge verspäteten sich jeweils um 30 bis 60 Minuten. Noch am frühen Abend waren die Folgen für Passagiere zu spüren.

Weil auch die Gepäckmitarbeiter an der Versammlung zwischen 10 und 12.15 Uhr teilnahmen, mussten laut dem Sprecher mehrere Maschinen Düsseldorf ohne Gepäck verlassen. Die Koffer sollen nachgeliefert werden. Auch an der Gepäckausgabe gab es Verspätungen.

Betroffen von den Verzögerungen war unter anderem die Mannschaft des Fußball-Erstligisten Bayer Leverkusen. "Die Maschine der Germania konnte nicht wie vorgesehen morgens früh abheben", sagte Kötter. Die Spieler waren auf dem Weg zum Europaleague-Spiel, das heute in Wien gegen die Mannschaft von Rapid stattfindet. Der Flieger konnte mit etwa zwei stunden Verspätung nach Österreich starten. Das Spiel war durch die Verzögerungen nicht beeinträchtigt. An Bord der Maschine war auch der Sportdirektor der Werkself, Rudi Völler.

Bei der Betriebsversammlung, die Ursache der Verspätung war, wurden die Mitarbeiter der Flughafen-Tochter Ground Handling über das weitere Vorgehen informiert. Hintergrund: Der Flughafen will sein Sanierungsprogramm für die Bodenabfertigung umsetzen: Fast die Hälfte der 800 Jobs bei der Flughafentochter "FDGHG" sollen wegfallen. "Wir planen, die FDGHG auf 428 Mitarbeiter bis Ende 2014 zu verkleinern", hatte ein Sprecher des Airports vergangene Woche mitgeteilt, Betriebsbedingte Kündigungen könnten nicht ausgeschlossen werde." 120 der betroffenen Mitarbeiter sollen Stellen bei einer anderen Flughafentochter, der "Flughafen Düsseldorf Security GmbH" angeboten werden. Wer sich darauf bewirbt, kann allerdings mit einem niedrigeren Einkommen rechnen. Gegen dieses Angebot und gegen die Lohnsenkung laufen die Gewerkschafter von Verdi Sturm.

Die Bodenabfertigung übernimmt Dienste wie die Be- und Entladung von Flugzeugen, Enteisungen und Bus-Transfers vom Terminal zum Flugzeug. Seit der Markt auf Druck der EU 1999 liberalisiert wurde, herrscht starker Wettbewerb. Neben der FDGHG, die zu 100 Prozent dem Flughafen gehört und von Mitarbeitern mit recht gut dotierten Altverträgen geprägt ist, hat sich in Düsseldorf auch die kostengünstigere Firma Aviapartner etabliert. Nach der Lufthansa will nun auch Air Berlin von der FDGHG zu Aviapartner wechseln.

(rm/csi/rm/jco/das)
 
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