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Chauffeure ohne Konzession
Illegale Taxifahrer im Visier
Chauffeure ohne Konzession: Illegale Taxifahrer im Visier
Mit einer Schusswaffe in der Hand forderte der unbekannte Täter Bargeld vom Taxifahrer. FOTO: RPO
Düsseldorf. Mehr als 50 angeblich private Abholer am Flughafen entpuppten sich als gewerbliche Chauffeure ohne Konzession. Elf von ihnen hatten nicht einmal einen Führerschein, die Polizei beanstandete auch gefährliche Auto-Umbauten. Von Stefani Geilhausen

Sie stehen meist im Ankunftsterminal, halten Schilder hoch, auf denen Familiennamen stehen. Oder der eines Reisebüros. Viele der illegalen Fahrer sind schon mit dem Flug gebucht, „als günstiger Flughafentransfer zum Beispiel“, sagt Ludger Walther, Verkehrsdienst-Leiter der Düsseldorfer Polizei.

In den Herbstferien sind seine Kollegen in Zivil den kleinen Gruppen gefolgt, die sich per Schild gefunden hatten. Nach Papieren und Konzessionen gefragt, mussten die meisten Fahrer passen. Einige erzählten , sie holten Familie ab. Oder Nachbarn, als Gefälligkeit. „Aber wenn wir genauer nachfragten, stellte sich heraus, dass die sich nicht einmal mit Namen kannten“, sagt Walther. 270 Abholer wurden kontrolliert, jeder fünfte Fall war einer von „illegaler gewerblicher Personenbeförderung“.

Das ist amtsdeutsch für Fahrer ohne Personenbeförderungsschein, Unternehmer ohne Konzession, Fahrer ohne Führerschein für das von ihnen geführte Fahrzeug, für Autos ohne Anschnallgurte oder Kindersitze. „Es gab sogar Fahrer ganz ohne Führerschein.“

Dennis Klusmeier, Vorsitzender der Taxi-Genossenschaft, wundert das nicht. „Seit 30 Jahren schlagen wir uns am Flughafen mit diesen Kriminellen herum. Nie ist etwas dagegen geschehen. Wir sind sehr dankbar, dass die Polizei jetzt endlich etwas unternimmt.“ Denn die illegale Konkurrenz, die laut Polizei „aus dem Großraum Ruhrgebiet kommt“, schnappt den Düsseldorfer Fahrern nicht bloß lukrative Touren weg. Sie haben auch einen Wettbewerbsvorteil, weil ihre Autos nicht wie ein Taxi versichert sind, sie weder Konzessions- noch Prüfungsgebühren zahlen, die Fahrer nicht regelmäßig zum Sehtest gehen. Und weil die Autos nicht wie ein Taxi jährlich zum Tüv müssen.

Die Hauptuntersuchung würde für manches im Eigenbau umgerüstete Fahrzeug ohnehin zur Endstation. In den Herbstferien zog die Polizei einen Ford Transit aus dem Verkehr, der durch eine zusätzliche Bank zum Elf-Sitzer geworden war. „Dafür braucht der Fahrer einen Bus-Führerschein Klasse D1“, sagt Walther. Und er braucht auch elf Sicherheitsgurte, die er ebenso wenig besaß wie Kindersitze und eben jenen Busführerschein. Ihm droht nun ein saftiges Bußgeld, der Kleintransporter wurde stillgelegt, und was das Finanzamt zu der Meldung sagt, die es von der Polizei erhielt, wird sich zeigen. „Kann ja auchdurchaus sein, dass die Leute zwar illegal fahren, aber ihre Einnahmen versteuern“, so Walther.

Der Polizei geht es bei den Kontrollen nicht um Steuern oder Wettbewerbsverzerrung. Sie will mehr Sicherheit. „Einige der Fahrgäste schluckten schon, wenn sie von uns erfuhren, dass sie ihr Leben einem nicht geschulten Fahrer anvertrauen wollten. Die haben dann auch dankend Abstand genommen.“

Was die Taxi-Genossenschaft dann natürlich auch freut.

Quelle: RP
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