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Heimat genießen in Düsseldorf
Im Apfelparadies

Heimat genießen in Düsseldorf: Im Apfelparadies
Gabriele Hollmann ist die Hausherrin im Apfelparadies Wittlaer. Die letzte Ernte des Jahres steht jetzt an - der schmackhafte Wellant hängt noch tausendfach und dicht an den Bäumen FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Die Erntezeit neigt sich ihrem Ende zu, jetzt wird der leckere Wellant vom Baum geholt. Von Uwe-Jens Ruhnau

Der Herbstwind fegt die Blätter durch die Luft, sie klatschen mit Karacho vor die Windschutzscheibe. Mit dem Auto kommen fast alle zum Apfelparadies an der Duisburger Landstraße, das an der B 8 im Niemandsland zwischen Düsseldorf und Duisburg liegt. 5000 Apfelbäume stehen hier auf zwei Hektar Land, der Besuch wirkt wie ein kleiner Urlaub - eine willkommene Ruhepause für Städter. Die kaufen im Hofladen nicht nur reichlich Obst, Gemüse und das Brot aus eigener Produktion, es gibt auch ein Café, man kann sich in ein Zelt oder unter den freien Himmel setzen, Milchkaffee oder Cappuccino und natürlich ein leckeres Stück Obstkuchen genießen. Die Kinder vergnügen sich derweil auf dem Spielplatz, den die Eltern gut im Blick haben.

Neben dem Laden sieht man die gar nicht so großen Bäume in Reih und Glied stehen, vollgepackt sind sie jetzt. "Geerntet wird mit der Hand", sagt Gabriele Hollmann, die seit fast zehn Jahren die Herrscherin in diesem Paradies ist. Die Aktion, bei der die Besucher auch selbst das Obst pflücken dürfen, ist leider schon beim Apfelfest Anfang September gelaufen ("vorsichtig den Stengel drehen, so ein Apfel ist schnell verletzt, dann hat er Dötschen oder er fault"). Um den sehr beliebten Wellant, der als Aromawunder gefeiert wird, vom Baum zu holen, rücken in den kommenden Tagen professionelle Helfer in Witlaer an.

Das bedeutet für die Düsseldorfer "Heimat" FOTO: Bretz, Andreas (abr)

Ende Oktober endet dann nach fast vier Monaten die Erntezeit. Der Wellant gehört zu den Top Drei der beliebtesten Äpfel, der Elstar und der vor allem von Allergikern geschätzte Santana stehen ebenfalls hoch im Kurs. "Die Leute rufen alljährlich an, wann denn der Santana wieder zu haben ist", sagt Gabriele Hollmann. Der Apfel habe wenig Allergene, selbst Menschen, die seit Jahren keinen Apfel gegessen hätten, kämen mit ihm klar. Ebenso stark nachgefragt: der Boskop. "Den gibt es in vielen Supermärkten nicht mehr, jetzt kommen die Menschen zu uns."

Die Qualität der vielfach alten heimischen Apfelsorten hat sich herumgesprochen. Die Kunden kommen aus Duisburg, Essen, ganz Düsseldorf, Ratingen. "Hier weiß man, was man bekommt", sagt etwa Jürgen Gatte aus Duisburg. "Qualität und Frische stimmen - und man kann das Obst probieren." Das ist sicher etwas Besonderes. Oben auf den großen Obstkisten stehen Obstzerteiler, man nimmt sich hier ein Viertelchen, nascht dort und entscheidet sich dann, was mitgeht. Die Preise liegen mehr als im Rahmen, meist kosten die Äpfel 1,90 Euro pro Kilo, was angesichts des Geschmacks ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis darstellt. Auch weiteres Obst aus eigenem Anbau wird angeboten, Birnen etwa und in der warmen Jahreszeit Aprikosen, Pfirsiche, Kirschen, Pflaumen und Quitten. Auch Nussbäume stehen in den Ländereien des regionalen Unternehmens (siehe Kasten).

Total bio geht es im Paradies jedoch nicht zu. Es wird umweltschonend und naturnah bewirtschaftet, in geringem Maße kommt es jedoch zum Einsatz von Pflanzenschutzmittel, das, soweit es geht, durch alternative Verfahren ersetzt wird ("kontrolliert integrierter Anbau").

Quelle: RP
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