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Serie Leben In Der Paulsmühle (teil 11)
Im Februar soll der Hochbau beginnen

Serie Leben In Der Paulsmühle (teil 11): Im Februar soll der Hochbau beginnen
Eine Mauer steht noch auf dem BEA-Gelände. Bis zum Jahresende soll das Areal freigeräumt sein, da im Februar die Hochbauarbeiten beginnen sollen. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Nach dem Verkauf des Projekts Mühlenviertel an das Wohnungsunternehmen Vivawest ist der Bau von Eigentumswohnungen vom Tisch. Von Andrea Röhrig

Benrath Seit Ende April läuft der Abriss der alten Fabrikhallen auf dem Industriegelände zwischen Eisenbahntrasse, Tellering- und Paulsmühlenstraße. Die Arbeiten kommen gut voran; lediglich eine Mauer und ein Heizhaus stehen noch, berichtet Jasmin Kollatsch. Bis spätestens Jahresende soll alles abgerissen und das Baufeld leergeräumt sein, da im Februar, wenn das Wetter mitspielt, mit den Hochbauarbeiten begonnen werden soll. Kollatschs Firma, die Artemis Development in Köln, hat vergangene Woche einen großen Coup gelandet. Das Unternehmen Vivawest - Eigentümer von 120.000 Wohneinheiten an Rhein und Ruhr und damit einer der großen Player im deutschen Wohnungsmarkt - hat gleich das gesamte Projekt Mühlenviertel gekauft. "Schlüsselfertig", wie es bei dem Gelsenkirchener Unternehmen heißt. Der Vertrag wurde bei der Messe "Expo Real" in München unterschrieben.

Das bedeutet, dass die Artemis zwar sowohl den Abriss als auch den Bau der 364 Wohnungen auf dem Areal betreut, mit der Schlüsselübergabe an Vivawest aber raus ist. Die finanzielle Sicherheit auf Seiten der Artemis - über die Höhe des Kaufpreises schweigen beide Seiten sich aus; bekannt ist nur, dass das Projekt eine Investitionssumme von 190 Millionen Euro hat - führt jetzt dazu, dass "wir in Ruhe durchbauen können", wie Jasmin Kollatsch im RP-Gespräch sagt. Für diesen Monat erwartet Kollatsch noch die Baugenehmigung durch die Stadt; die Bezirksvetretung 9 hatte sich in ihrer Septembersitzung mit den entsprechenden Bauanträgen beschäftigt.

Durch den Einstieg der Vivawest ändert sich etwas an dem Projekt. Bis dato waren 70 der 364 Wohneinheiten als Eigentumswohnungen konzipiert. Bei der allerersten Planung für das Areal 2012 waren sogar Einfamilien-Reihenhäuser vorgesehen. Die Nachfrage für die Eigentumswohnungen sei sogar schon gut gewesen, berichtet Kollatsch. Alle die, die bereits Interesse signalisiert hätten, würden jetzt informiert. Nun gibt es im Mühlenviertel, dessen Fertigstellung für Ende 2019 geplant ist, nur noch Mietwohnungen in der Größe zwischen 42 und 137 Quadratmeter. Rund ein Viertel wird öffentlich gefördert oder preisgedämpft sein.

Für die 364 Wohnungen sind Tiefgaragen mit 302 Stellplätzen geplant. Auch wenn das sogar mehr sind, als die Planer hätten einplanen müssen - ein Ratsbeschluss schreibt vor, dass bei einer guten Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel im Schnitt nur ein Stellplatz für zwei Wohneinheiten nachgewiesen werden muss - geht die Stadtteilpolitik davon aus, dass es in der Paulsmühle zu erheblichem Parkdruck kommen wird. Denn im Sommer nächsten Jahres geht das Albrecht-Dürer-Kolleg in den Betrieb, das dann täglich über 1000 Schüler besuchen werden.

Der Discounter Aldi hatte die Flächen Mitte der 90er Jahre gekauft, um auf einem Teil des Geländes einen Supermarkt zu errichten. Die Hallen vermietete das Unternehmen zurück an die BEA Elektrotechnik- und Automations. Die zog 2004 an den Trippelsberg. Ende 2010 verkaufte Aldi das Areal über einen Zwischenhändler an die "UREIT Prop B S.à.r.l." aus Luxemburg. Verwalter war die GIG Grundbesitz mit Sitz in München. Im Februar 2012 wurde ein mehrstufiges Werkstattverfahren gestartet. Im Mai des Jahres entschied sich die Jury für den Entwurf eines Münchener Architektenbüros, das seinem Projekt auch den haften gebliebenen Namen "Mühlenviertel" gab - weil die Bebauung in vier Feldern vorgesehen ist, die jedes an einen Windmühlenflügel erinnert. Doch dann kam alles ins Stocken, auch, weil die Stadt den Investor dahin bringen wollte, mehr Wohnungen in preisgünstigeren Segmenten zu erstellen. Im Mai 2016 übernahm dann die Kölner Artemis das komplette Investment.

Quelle: RP
 
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