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Serie Düsseldorfer Straßen
Im Norden orientiert man sich an der Natur

Serie Düsseldorfer Straßen: Im Norden orientiert man sich an der Natur
Der zwei Jahre alte Max mag die Schaukelpferde im Hoppegarten. Dass die Straße nichts mit Pferden zu tun hat, ist ihm egal. FOTO: julia brabeck
Düsseldorf. Der Hoppegarten in Angermund ist nicht nach Hoppeditz oder Berliner Pferderennbahn benannt. Von Julia Brabeck

Angermund Die Galopprennbahn Hoppegarten bei Berlin war lange Zeit die wichtigste deutsche Rennbahn und eine der bedeutendsten Galopprennbahnen in Europa und zog häufig bis zu 40.000 Zuschauer an. Kein Wunder also, dass Spaziergänger in der Straße Hoppegarten in Angermund und Besucher des dortigen Spielplatzes einen Bezug zwischen dem Düsseldorfer Straßennamen und der berühmten Rennbahn vermuten. Damit liegen sie allerdings falsch. Auch wenn auf dem Spielplatz die Wipppferdchen gerne von den Kindern in Beschlag genommen werden - mit Pferdesport hat der Angermunder Hoppegarten nichts zu tun. Und auch die Annahme eines Großvaters, die Bezeichnung würde Bezug auf die Düsseldorfer Karnevalsfigur Hoppeditz nehmen, ist nicht richtig.

Vielmehr verbirgt sich hinter Hoppegarten der Hopfengarten, wie Hermann Kleinfeld in seinem Buch "Düsseldorfs Straßen und ihre Benennung" darlegt. Dass diese Annahme Sinn macht, zeigt ein Blick auf die weiteren 75 Straßennamen von Angermund. Wie das häufig in alten Ortschaften der Fall ist, orientieren sich diese größtenteils an der Umgebung. Bäume, Gebäude oder besondere Landschaftsformationen wurden einbezogen. Die Straßen Am Platten Stein, An den Linden und der Espenweg sind dafür Beispiele und eben auch der Hopfengarten.

Mitte des 18. Jahrhunderts fing man in Düsseldorf an, Straßen und Plätze den Namen von verdienten Persönlichkeiten zu verleihen. In Angermund, das erst 1975 in Düsseldorf eingemeindet wurde, machte man diese Mode aber kaum mit. Während in der gesamten Stadt die Hälfte der Straßen nach Personen benannt sind, finden sich in Angermund davon nur rund ein Dutzend Wege wie der Pfarrer-Holl-Weg und die Graf-Engelbert-Straße.

Verewigt haben die Angermunder ihre Straßennamen auf besondere Art. Während das klassische Düsseldorfer Straßenschild aus Emaille mit schwarzem Hintergrund und weißer Schrift besteht, gibt es in Angermund nur Holzschilder. Bei der Eingemeindung sollten diese ausgetauscht werden. Doch Vertreter der Stadt Angermund haben die Holzschilder in den Eingemeindungsbedingungen festschreiben lassen. Jedes dieser Schilder ziert eine geschnitzte Rose, da Angermund auch den Beinamen "Rosenstadt" trägt.

Quelle: RP
 
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