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Düsseldorf
Immobilien für drei Milliarden verkauft

Düsseldorf: Immobilien für drei Milliarden verkauft
FOTO: Fotos JLL/Grafik Ferl
Düsseldorf. 2015 war ein Rekordjahr auf dem Immobilienmarkt. Nie zuvor wurde so viel Geld in Gewerbegebäude gesteckt. Düsseldorfs Makler jubeln. Der Leerstand bei Büros geht zurück. Dieses Jahr wird nicht rekordverdächtig werden. Von Thorsten Breitkopf

Nie zuvor wurden in Düsseldorf in einem Jahr Immobilien in einem so hohen Wert wie 2015 verkauft. Im vergangenen Jahr wurden 3,06 Milliarden Euro in Gewerbeimmobilien der Landeshauptstadt investiert. Bislang galt 2007 mit 2,19 Milliarden Euro Jahresumsatz als Düsseldorfs Rekordjahr. Gegenüber dem Vorjahr ist das Transaktionsvolumen für gewerbliche Immobilien, also meist Büros, um fast 50 Prozent angestiegen, wie Düsseldorfs größte Maklerfirma Jones Lang LaSalle (JLL) am Dienstag bei einer Konferenz im 22. Stock des Dreischeibenhauses mitteilte.

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Zustande kam der Rekord vor allem durch einen Endspurt zum Jahresende. In den letzten beiden Quartalen waren jeweils Immobilien im Wert von mehr als 1,1 Milliarden Euro über den Tisch gegangen. Knapp ein Drittel der Umsätze machen wenige große Deals aus. Die sechs größten Verkäufe kommen zusammen auf rund 900 Millionen Euro. Das Geschäft mit dem größten Volumen im Jahr 2015 war der Verkauf des Sevens an der Kö für 210 Millionen Euro. Die Zentrale der Bank IKB wurde für 185 Millionen Euro verkauft. Der amerikanische Investor Hines, dem auch das Gebäude der Deutschen Bank und das alte Commerzbank-Gebäude gehören, kaufte im Herbst im Auftrag für 180 Millionen Euro die Düsseldorf Arcaden in Bilk. Die drei nächstgrößten Geschäfte waren unter der Vereinbarung zustande gekommen, dass über den Preis Stillschweigen vereinbart worden war, teilte JLL mit. Experten schätzen den Preis der KPMG-Niederlassung an der Tersteegenstraße auf mehr als 110 Millionen Euro.

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Die beiden Niederlassungen von Kaufhof in Düsseldorf wurden nicht eigenständig verkauft. Doch durch die Veräußerung der Warenhauskette an die kanadische Firma Hudson's Bay Company wechselten auch sie den Eigentümer und fanden so Einzug in die Statistik der Makler. Experten schätzen den Wert des Kaufhof Kö auf etwas über und den des Kaufhof am Wehrhahn auf etwas unter 100 Millionen Euro.

Ein Novum: "Rund die Hälfte der Investoren in Düsseldorf stammt aus dem Ausland, darunter viele Franzosen und wenige Asiaten", sagt Wolfgang Finke, Investmentleiter bei JLL. Den größten Batzen erwarben dabei Fonds Manager (800 Millionen) und Immobilien-Firmen (450 Millionen). Die durch die Krisenjahre 2008/2009 in Verruf geratenen Offenen und Geschlossenen Immobilienfonds traten 2015 nur noch ausschließlich als Verkäufer auf.

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Auch der Vermietungsmarkt bei Büros entwickelte sich 2015 gut. "473.000 Quadratmeter wurden vermietet, der höchste Wert seit 2007 mit mehr als einer halben Million Quadratmeter", sagt JLL-Geschäftsführer Marcel Abel. Zum Vergleich: Im Zehn-Jahresdurchschnitt wurden gerade einmal 370.000 Quadratmeter vermietet. 2015 entfiel der gewaltigste Anteil auf Großvermietungen, darunter Seestern (Telekom), Uniper (Hafen) Trivago (Hafen), PwC (Werdener Straße), Handelsblatt (Toulouser Allee) oder Rheinbahn (Lierenfelder Straße).

Der Leerstand ist von vergleichsweise hohen Werten im Jahr 2010 (13,0 Prozent) sukzessive auf jetzt 8,8 Prozent zurückgegangen. Abel prognostiziert einen weiteren Rückgang auf 8,5 Prozent, weil die Neubautätigkeiten weiter sanken.

Für das neue Jahr erwartet der JLL-Chef einen Rückgang der Vermietungen auf 410.000 Quadratmeter und ein Investitionsvolumen bei Immobilienkäufen von etwa 2,5 Milliarden Euro in Düsseldorf.

Quelle: RP
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