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Düsseldorf
In der City kollabiert der Verkehr

Düsseldorf: In der City kollabiert der Verkehr
Gestern Nachmittag: Auf der Berliner Allee stehen die Pendler im Dauerstau. Genervte Fahrer fordern von den städtischen Verkehrsplanern ein anderes Baustellen-Management mit "kreativen Lösungen". FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Nach Ende der Urlaubszeit geht zwischen Heine- und Berliner Allee zu bestimmten Zeiten nichts mehr. Bürger kritisieren die Verkehrsführung rund um das Kö-Ende. Die Stadt will Änderungen am Martin-Luther-Platz prüfen. Von Jörg Janssen

Zwischen Carsch-Haus und Börse erlebt die Landeshauptstadt nach Ende der Urlaubszeit gleich mehrmals am Tag einen Verkehrsinfarkt. Wer zu bestimmten Zeiten auf die Kö, den Martin-Luther-Platz oder die Berliner Allee will, braucht nicht nur starke Nerven, sondern vor allem viel Zeit. Im endlos erscheinenden Stop-and-go platzen jede Menge Termine, nicht nur private. "Ich kam vom Martin-Luther-Platz, wollte den Stau Richtung Berliner Allee umfahren, bog deshalb in die Königstraße ein und landete auf der Kö", sagt Rüdiger Goll, der als Unternehmensberater in der City arbeitet. Eine Fehlentscheidung. Denn sein Plan, die Kö Richtung Altstadt zu queren, scheiterte an einer aktuellen Sperrung. Goll, der das Auto braucht, weil er auf einen Rollstuhl angewiesen ist, musste über die Kö-Ost zurück in Richtung Blumenstraße/Luther-Platz. Eine Stunde und zehn Minuten habe diese Runde am Donnerstagabend gedauert. "Ein unhaltbarer Zustand", sagt der Unternehmer.

Zehntausende Arbeitnehmer, Einkaufswillige und Anlieger teilen Golls Schicksal. Die Kritik an der Verkehrsführung der Stadt rund um die aktuellen Großbaustellen wächst. Vor allem die Sperrung der linken Fahrspur am Ende der Kö-Ost (unmittelbar vor dem Corneliusplatz), die einspurige Verengung der Theodor-Körner-Straße vor dem Breidenbacher Hof und die gleichzeitige Unmöglichkeit, den Martin-Luther-Platz aus Richtung Berliner Allee / Josephinenstraße befahren zu können, sorgt für Kopfschütteln. "Kreative Lösungen und eine neue Verkehrsführung an den neuralgischen Punkten", fordern zahlreiche RP-Leser. Für sie sind die Alternativen denkbar einfach. Die wichtigsten Anregungen: Die Kö-Ost muss vor der Einmündung in die Blumenstraße zweispurig bleiben, der Verkehr könne dann rascher in Richtung Martin-Luther-Platz abfließen; die Theodor-Körner-Straße muss vor dem Kaufhof an der Kö auch in Höhe des Breidenbacher Hofs vorübergehend zweispurig werden; am Ende der Josephinenstraße muss es möglich sein, nach links in Richtung Luther-Platz/ Parkhaus abzubiegen.

Kleine Ursache, große Wirkung: Auf den letzten 20 Metern wird die Kö-Ost auf nur noch eine Spur verengt. FOTO: Endermann, Andreas (end)

Hoffnung kann Andrea Blome, Leiterin des städtischen Amts für Verkehrsmanagement, den Pendlern allerdings nur beim letztgenannten Vorschlag machen. "Die Situation vor der Johanneskirche lässt möglicherweise eine zweispurige Verkehrsführung zu. Ich werde das prüfen", sagt die Verkehrsmanagerin. Eine Absage erteilt sie den anderen Ideen. So verbiete die Straßenverkehrsordnung ein Rechtsabbiegen auf zwei Spuren nebeneinander ("wegen der Fußgänger ein paar Meter weiter"). Die Verengung am Ende der Kö-Ost müsse deshalb bleiben. Auch könne dem Breidenbacher Hof nicht einfach seine Vorfahrt genommen werden. Das Hotel habe schon genug unter den Baustellen gelitten. "Das alles ist eine Zumutung. Ich leide mit den Pendlern", sagt Blome. Den Fahrern rät sie, nicht bei Gelb in Kreuzungen zu fahren und sie so erst zu verstopfen. Und nicht hinter dem Breidenbacher Hof in die Kö-West einzubiegen, dort gebe es eh keinen Parkraum. Ihr Versprechen: "Zum Vorweihnachtsverkehr sind diese Engpässe beseitigt."

Staufalle und Dauerärgernis: die auf einem kurzen Stück nur einspurige Theodor-Körner-Straße. FOTO: Endermann, Andreas (end)
Quelle: RP
 
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