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Düsseldorf
In diesem Emergency Room werden Teddys gerettet

Teddybär-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vor der Klinik
Teddybär-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vor der Klinik FOTO: Bretz, Andreas
Düsseldorf. Mit dem Teddybär-Krankenhaus wollen angehende Mediziner Kindern die Angst vor Behandlungen nehmen. Von Manfred Johann (Text) und Andreas Bretz (Fotos)

Teddy Maxi schien es schwer erwischt zu haben. "Er ist von der Leiter gefallen, hat wahrscheinlich ein Bein gebrochen und muss liegend transportiert werden", erklärt der Opa des zweijährigen Mattis, warum dessen Kuscheltier zum Teddybär-Krankenhaus musste. Dieses hatte zum elften Mal auf einer Wiese auf dem Unigelände geöffnet. Das Ziel: Kindern von drei bis sechs Jahren die Angst vor Arzt- und Krankenhausbesuchen zu nehmen. An drei Tagen gaben mehr als 200 Medizinstudierende und Helfer Einblicke in die Abläufe im Krankheitsfall.

"Am ersten Tag, an dem das ,Krankenhaus' für Jedermann geöffnet ist, rechnen wir mit 500 bis 700 Kindern mit ihren kleinen Begleitern. Für die beiden Tag danach haben sich beinahe 100 Kindergärten angemeldet", sagt Milena Kivel. Wie sehr die Kleinen um ihre Lieblinge besorgt sind, wird schon am Zelt für die Anmeldung zum Teddybär-Krankenhaus deutlich. "Warum muss man hier warten, mein Teddy hat doch Schmerzen", beklagte sich ein Knirps. In dem Patientenpass wurden die Gattung, das Gewicht und die Größe des Kranken eingetragen, bevor ein Teddydoc den Patienten und seinen Besitzer in das Behandlungszelt führte.

Verdachtsdiagnose "Beinbrüche" hieß es für die beiden Stoffbären der Brüder Florian und Max. Also erst einmal eine Spritze zum Schlafen, verabreicht durch ihre zwei kleinen Besitzer, und dann ins Zelt mit der radiologischen Abteilung. Dort wird die Diagnose durch "Röntgenbilder", die die Kinder selbst begutachten, bestätigt. Auf eine Untersuchung im Kuscheltier-CT konnte verzichtet werden. Jetzt wurden der Drei- und der Sechsjährige mit grünen OP-Kitteln für die notwendigen Operationen bei ihren Teddies eingekleidet. Mit etwas Hilfe vom Teddydoc schienten sie die gebrochenen Pfoten. Am Ende hieß es: "Bitte die Bären wach kitzeln." Die strahlende Augen von Florian und Max ließen keine Zweifel: Operation gelungen!

Fast noch schwieriger war der Fall bei Delfin Flipper. Der hatte sich die Schwanzflosse gebrochen. Sein besorgter Besitzer Connor hatte das durch eine Untersuchung der Flosse mit einem Stethoskop festgestellt. Hier wäre Eingipsen natürlich ungünstig gewesen. Deshalb musste Flipper für Reha-Maßnahmen und eine Bewegungstherapie zu den Physiotherapeuten. Der Ratschlag, den wohlgenährten Delfin bei den Diätassistenten vorzustellen, stieß bei Connor auf wenig Gegenliebe.

Im Zelt daneben fand gerade eine Untersuchung bei einem ganz besonderem Kuscheltier statt: Bei einem riesengroßen, knallbunten Dinosaurier wurde von Schülern der Orthopisten-Schule das Augenlicht getestet. "Er schielt immer so", sagte sein kleiner Besitzer. Derweil kniete die siebenjährige Nele nebenan über dem Elch Rudolfine und übte Herzmassagen als Erste-Hilfe-Maßnahme an ihm. "Am Ende gibt es in der Apotheke der Pharmaziestudenten für die Kinder noch spielerische Erklärungen über ,Aua-Weg-Gummibärchen' und ,Bauch-weh-weg-Drops'", sagte Tessa Ridderskamp von der Projektleitung. Ihr und den vielen Teddydocs und Helfern war die Freude an ihrer dreitägigen Aufgabe anzumerken.

Quelle: RP
 
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