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Besondere Aktion zu Aschermittwoch in Düsseldorf
In dieser Mini-Messe gibt es ein Aschekreuz zum Mitnehmen

Besondere Aktion zu Aschermittwoch in Düsseldorf: In dieser Mini-Messe gibt es ein Aschekreuz zum Mitnehmen
Pater Wolfgang Sieffert zeigt Grußkarten, die zu Aschermittwoch für Verliebte ausliegen. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Statt "Coffee to go" bieten die Dominikaner am Aschermittwoch ein Aschekreuz in einem Kurzgottesdienst an. Da der Tag in diesem Jahr mit dem Valentinstag zusammenfällt, gibt es zudem für Verliebte Grußkarten zum Verschenken. Von Daniel Schrader

"Ein Aschekreuz zum Mitnehmen" - so oder so ähnlich lautet das Motto am Aschermittwoch in der Andreaskirche der Dominikaner. Statt großer Messe sollen Gläubige, die nur wenig Zeit mitbringen, ihr Aschekreuz unter dem Titel "Ashes to go" in einer Art Minigottesdienst erhalten.

Denn traditionell steht dieser Tag nicht nur für das Ende der Karnevalssession, sondern auch für den Beginn der 40-tägigen Fastenzeit. So zeichnet der Priester Gläubigen ein Kreuz aus Asche auf die Stirn. Dieses Kreuz steht als Symbol für die Vergänglichkeit des Menschen. Dabei spricht der Priester die Worte "Bedenke, dass Du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst". Die Asche für das Kreuz kommt von verbrannten Palmen- und Buchsbaumzweigen aus dem vergangenen Jahr.

45 Minuten dauert die Messe üblicherweise, der Minigottesdienst dagegen nur wenige Minuten und besteht aus einer kleinen Einführung zu Beginn, einem gemeinsamen Gebet sowie einem kurzen Orgelspiel, bevor die Gläubigen ihr Aschekreuz bekommen.

Die Dominikaner wollen mit dieser ungewöhnlichen Aktion der innerstädtischen Lage ihrer Andreaskirche gerecht werden. "Das Angebot richtet sich an Passanten, die sich in der Nähe der Kirche aufhalten und nur wenig Zeit haben", erklärt Pater Wolfgang, "deshalb freue ich mich, wenn die Kirche mit ihren Zeichen nah am Leben der Menschen ist."

An anderer Stelle führt der diesjährige Aschermittwoch jedoch zu einem kleinen Dilemma, da er auf den 14. Februar und somit den Valentinstag als Tag der Liebenden fällt. Seit rund 15 Jahren findet an diesem Tag eine Segnung für Liebespaare in der Andreaskirche statt, die in diesem Jahr jedoch wegen des Aschermittwochs ausfallen muss. Üblicherweise wird an diesem Tag ein kleiner Gottesdienst für Verliebte begangen. Das Besondere: Diese Segnung steht nicht nur Verheirateten und Christen offen. Jeder Verliebte kann an dieser Segnung teilnehmen, egal ob Mitglied der Kirche oder nicht, egal ob in einer heterosexuellen oder homosexuellen Partnerschaft lebend. Einen Trauschein müssen die Liebenden ebenso wenig für die Segnung haben.

Deshalb hat sich die Gemeinde für dieses Jahr eine Alternative einfallen lassen, damit Verliebte trotzdem auf ihre Kosten kommen. Statt einer Segnung bieten die Dominikaner in diesem Jahr Grußkarten an, die ab heute kostenlos in der Andreaskirche ausliegen. So bleibt auch noch genug Zeit für den Fall, dass die Liebesgrüße nicht persönlich überreicht werden können, sondern über den Postweg zu ihrem Adressaten finden müssen.

Insgesamt stehen vier verschiedene Motive zur Auswahl, die jeweils mit einem Zitat aus dem "Amoris laetitia" von Papst Franziskus bedruckt sind. Die abgedruckten Zitate wie "Man lebt nicht zusammen, um immer weniger glücklicher zu sein" oder "Es ist gut, den Morgen immer mit einem Kuss zu beginnen" wirken jedoch sehr weltlich und könnten auch auf einer Grußkarte aus dem Einzelhandel stehen. Die Motive sind ebenfalls sehr zurückhaltend und zeigen beispielsweise Sonnenblumen oder ein Schlafzimmer.

Auch in diesem Fall war es Pater Wolfgang wichtig, mit Karten ohne Kirchendogma die Menschen in ihrem Alltag zu erreichen. Denn Kirche müsse sich seiner Meinung nach mit den Menschen bewegen, wie er erklärt: "Wenn wir nicht im Leben der Menschen sind, können wir nicht gut verkündigen."

Quelle: RP
 
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