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Susanne Bosma
In Düsseldorf lebt sich's leichter glutenfrei

Susanne Bosma: In Düsseldorf lebt sich's leichter glutenfrei
Berät in ihrer Praxis in Benrath auch Kunden, die unter Lebensmittelunverträglichkeiten leiden: Susanne Bosma. FOTO: anne Orthen
Düsseldorf. Immer mehr Menschen klagen über Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien auf bestimmte Stoffe im Essen, sagt die Ernährungsberaterin. Für sie gibt es in vielen Geschäften der Stadt alternative Produkte.

Über Laktose- oder Histamin-Intoleranz, Glutenunverträglichkeit oder allergische Reaktionen nach Fructose wird viel diskutiert. Stellen Sie diese Häufung - es wird schon von 15 Prozent Betroffenen gesprochen - auch in Ihrer Praxis als Ernährungsberaterin fest?

Susanne Bosma Ich bemerke in den letzten zwei bis drei Jahren eine deutliche Patientenzunahme in meiner Praxis. Vor allem Fructose, Histamin und Laktose-Malabsorptionen scheinen zuzunehmen.

Woran liegt das?

Bosma Das Leben vieler Menschen hat sich drastisch verändert, Essen ist zur Nebensache geworden, für die möglichst wenig Zeit aufgewendet wird. Es wird "to go" gegessen, Convenience-Food aus dem Kühlregal nur kurz aufgewärmt, es wird viel mehr auf fertig gewürztes und zubereitete Lebensmittel zurückgegriffen, die von der Lebensmittelindustrie auch mit vielen Zusatzstoffen hergestellt werden.

Überblick: Gesunde und allergiefreie Weizenalternativen FOTO: dpa, Patrick Pleul

Diese Zusatzstoffe machen uns krank?

Bosma Ja, das kann sein. Vor allem in der Häufung. Es ist immer das "Zuviel", das schaden kann. Wer vier bis fünf Mal am Tag Brot isst, kann schneller als andere auf Gluten reagieren.

Wie sieht diese Reaktion aus?

Bosma Meistens reagieren Magen und Darm mit Krämpfen und Durchfällen, einige bekommen aber auch Migräne durch Histamin. Aber: Viele sollten auch bedenken, dass Stress und mangelnde Bewegung auch krank machen.

Ernährung – das sind die häufigsten Unverträglichkeiten FOTO: monticello /Shutterstock.com

Was tun bei Gluten-Unverträglichkeit? Darf man dann nie wieder ein frisch gebackenes Brötchen essen?

Bosma Erst mal würde ich solange verzichten, bis ich 100 Prozent beschwerdefrei wäre. Bei einer genetisch bedingten Zöliakie fällt das Brötchen für immer aus.

Was raten Sie Ihren Patienten?

Bosma Meine "Erste Hilfe" sind immer Ferien für den Darm - also alles weglassen, was ihn reizen könnte. Danach wird wieder aufgebaut.

Ist es in einer Großstadt wie Düsseldorf leichter, an "alternative" Lebensmittel zu gelangen?

Bosma Ja, in Düsseldorf gibt es viele Bäckereien, die auf Vorbestellung Brot glutenfrei backen. Wir finden gluten- und laktosefreie Lebensmittel in zahlreichen Supermärkten.

Ist das schnelle Essen, das ja oft Krankheits-Ursache ist, ein Düsseldorf-Problem, weil hier viele Menschen arbeiten, die sich mittags schnell ernähren wollen?

Bosma Es zieht sich komplett durch alle Bereiche. Auch viele Kinder neigen schon früh zu Unverträglichkeiten.

In letzter Zeit wird immer mehr über diese Themen gesprochen - sind Verbraucher sensibler geworden?

Bosma Ich denke schon, es gibt aber auch immer bessere Diagnose-Möglichkeiten. Und die sollten alle dringend nutzen, die das Gefühl haben, das sie etwas nicht vertragen.

ANKE KRONEMEYER FÜHRTE DAS INTERVIEW.

Quelle: RP
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