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Düsseldorf
Indien ist für die Messe ein wichtiger Zukunftsmarkt

Düsseldorf: Indien ist für die Messe ein wichtiger Zukunftsmarkt
Thomas Schlitt leitet die Tochtergesellschaft der Messe in Indien. Er ist ein Messe- und Vertriebsprofi. FOTO: Messe Düsseldorf
Düsseldorf. Thomas Schlitt leitet die Tochtergesellschaft der Messe Düsseldorf auf dem Subkontinent. Erfolgreich ist man beispielsweise mit der "Medical Fair". Von Uwe-Jens Ruhnau

Jetzt kann man die Tage in Indien genießen. Im September, da waren es noch 33 bis 35 Grad, bis zu 90 Prozent Luftfeuchtigkeit, Monsunzeit. "Da schaut man, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wird", sagt Thomas Schlitt, der Geschäftsführer der Auslandsgesellschaft Messe Düsseldorf India. Wohnung, Auto, Büro - überall läuft die Klimaanlage. Aber nun, da es in Deutschland kalt und usselig wird, ist es in Indien trocken und heiter, die schöne Jahreszeit mit 25 Grad dauert bis Dezember/Januar an.

Das Leben und die Mentalität sind anders auf dem Subkontinent. Die Mechanismen aber, nach denen ein Markt zu bearbeiten ist, sind überall gleich. China (1,4 Milliarden Menschen) und Indien (1,3 Milliarden Menschen) sind Märkte mit großem Wachstumspotenzial und für die Messe Düsseldorf hochinteressant - sie unterscheiden sich jedoch deutlich. Die Massenkaufkraft in China ist größer, es gibt hochmoderne Ausstellungsgelände. Indiens Wirtschaft hat sich, so die Bundesregierung, erholt und an Dynamik gewonnen: "Das Wirtschaftswachstum lag 2015/2016 bei 7,6 Prozent. Indien zählt damit zu den am stärksten expandierenden Volkswirtschaften der Welt." Aber ein Messegelände westlichen Standards gibt es dort nicht, es lohnt sich ein solches Investment noch nicht. In Mumbai, wo die Messe acht Mitarbeiter hat (in Neu Dehli sind es sogar 30), fungiert eine ehemalige Fabrik als Ausstellungsgelände.

Schlitt war zu Beginn seiner Karriere bei Bosch Vertriebsingenieur und wechselte vor 16 Jahren ins Messewesen, arbeitete für die Gesellschaften München und Nürnberg. Als er vor gut einem Jahr zur Messe Düsseldorf kam, war das Unternehmen mit acht Veranstaltungen im indischen Markt aktiv. Heute sind es 13. Schlitt hat vor allem ein Ziel: Er will das Eigengeschäft in Indien stärken und den Anteil indischer Aussteller und Besucher in Düsseldorf erhöhen. Auch versucht er, Besucherströme aus den Nachbarländern zu Veranstaltungen in Indien zu lenken.

Dort etwas Neues aufzubauen, ist nicht einfach: Für eine neue Messe werden mehr als 20 Genehmigungen verschiedener Behörden benötigt. Schlitt setzt aber nicht nur auf eigene Veranstaltungen, sondern auch auf Kooperationen. "Wir sind nicht bei allen Messethemen die Ersten." So gibt es etwa neben der "eigenen" Medica in Indien ("Medical Fair India") auch eine Zusammenarbeit mit dem indischen Verpackungsverband bei der International PackTech India, die zur Interpack-Messefamilie gehört.

Zum Portfolio gehören neben der Medizin-Welt auch Kabel und Röhren (wire & cable India und Tube India International), in beiden Bereichen richtet die Messe-Gruppe bereits heute die führende Messe der Branche auf dem Subkontinent aus. Die Themen Metallverarbeitung (Metallurgy India) und Glas (Glasspex India) haben ebenfalls eine gute Marktposition. "Mit der Vertiefung unseres Engagements in Indien wollen wir auch den Anteil von Ausstellern und Besuchern vom Subkontinent an Messen in Düsseldorf stärken", sagt Messechef Werner Dornscheidt und reiht die Berufung Schlitts in die Strategie der Gruppe ein, ihre weltweiten Vertriebsaktivitäten auszubauen.

Quelle: RP
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