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Düsseldorf
Initiative stellt Veranstaltungen vor

Düsseldorf. Das Projekt "Respekt und Mut" von Kirchen und Verbänden schafft Angebote zur interkulturellen Begegnung - darunter eine Radtour zu sieben Moscheen. In zwei Wochen startet das Programm. Ein Schwerpunkt: Integration und Islam. Von Julia Chladek

"Vielfalt braucht Verständigung" - unter diesem Motto steht das diesjährige Programm von "Respekt und Mut". "Gerade momentan ist die öffentliche Diskussion oft sehr plakativ. Was wir brauchen, sind aber Begegnung und Verständigung", sagt Henrike Tetz, Superintendentin der evangelischen Kirche in Düsseldorf und Schirmherrin des Projekts über die Wahl des Mottos.

Bereits seit 2001 finden sich Düsseldorfer Kirchen, Gewerkschaften und Verbände unter dem Titel "Respekt und Mut" mit ihren interkulturellen Angeboten zusammen. In diesem Jahr sind daraus mehr als 70 Seiten mit über 90 Veranstaltungen von gut 60 Veranstaltern geworden - in einer Zeit, in der die Beschäftigung mit Multikulturalität kaum aktueller sein könnte.

"Ernste Zeiten erfordern ernste Worte", sagt auch Organisator Volker Neupert. "Wir wollen angesichts der öffentlichen Diskussion, ein Jahr nach Angela Merkels Aussage ,Wir schaffen das!' deutlich machen, dass Vielfalt Menschen auch einigen kann."

In diesem Sinne findet sich eine Reihe durchaus brisanter Fragestellungen im Programm. Im Rahmen der Reihe "Mittwochsgespräche" im Maxhaus an der Schulstraße geht es am 2. November mit Gert Pickel, Professor für Kirchen- und Religionssoziologie, beispielsweise um die Frage: Woher kommt die Angst vor dem Islam in Deutschland?

Aber auch auf weniger theoretische Art und Weise will "Respekt und Mut" Vielfalt in Düsseldorf erlebbar machen. So führt ein Rundgang mit dem Titel "Zwischen Nippon und Maghreb, Couscous und Sushi" am 10. Oktober durch die pulsierenden Innenstadtviertel rund um Immermannstraße und Ellerstraße. Die Fahrradtour "1 Stadt - 7 Moscheen - 33 Fahrräder" am 3. Oktober zeigt die Vielfalt der Düsseldorfer Moscheen, vom Hinterhof bis zum repräsentativen Bauwerk.

Und selbstverständlich wird das Thema interkulturelle Begegnung auch künstlerisch umgesetzt. "Für uns als Künstler ist interkulturelle Arbeit längst eine Selbstverständlichkeit", sagt Christoph Rech, Dramaturg am Forum Freies Theater. "Vor diesem Hintergrund erscheint die politische Debatte teilweise einfach absurd." Wie absurd, das zeigen auch Beiträge im aktuellen "Respekt und Mut"-Programm. So greift der Performance-Künstler Michikazu Matsune am 26. Oktober auf persönliche Art und Weise das skurril-bedrohliche Erlebnis des Modern Dance-Künstlers Abdur-Rahim Jackson am Flughafen von Tel Aviv auf, der angesichts seines Vornamens vor den Sicherheitsbeamten "vortanzen" sollte, um zu beweisen, dass er kein Terrorist ist. Titel der Performance: "Dance, if you want to enter my country!"

Los geht es am 16. September von 18 bis 20 Uhr im Forum Freies Theater, Jahnstraße, unter dem Titel "Sehen wir die Signale?". In einer Podiumsdiskussion beschäftigen sich Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Kultur dabei mit der Frage, wie eine demokratische Gesellschaft mit Populismus umgehen kann.

Quelle: RP
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