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Düsseldorf
Investor für Alte Kämmerei gesucht

Düsseldorf: Investor für Alte Kämmerei gesucht
Die Alte Kämmerei muss saniert werden. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Die seit 2014 leerstehende Alte Kämmerei neben dem Rathaus soll in einem Modell öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) saniert werden. Dem heute tagenden Bauausschuss liegt ein entsprechendes Papier der für Liegenschaften zuständigen Kämmerin Dorothée Schneider zur Entscheidung vor. Von Denisa Richters

Demnach wird per Vergabeverfahren ein Investor gesucht, der bereit ist, das denkmalgeschützte Gebäude zu sanieren und für mindestens 30 Jahre an die Stadt zu vermieten. Der Erbbaurechtsvertrag, der geschlossen werden soll, hat eine Laufzeit von 50 Jahren. Die Stadt verpflichtet sich im Gegenzug, die Alte Kämmerei für 30 Jahre zu mieten.

Die vorläufigen Gesamtkosten für die Investition und den Betrieb für bis zu drei Jahrzehnte sind mit rund 45 Millionen Euro angegeben. Saniert werden müssen Dächer, Fassaden, Fernster, Türen, Keller und die Gebäudetechnik. Außerdem muss das Denkmal neuen Kriterien von Arbeitsrecht (mehr Tageslicht), Barrierefreiheit und Energiesparvorgaben angepasst werden.

Das ist nach Berechnungen von Schneider für die Stadt um 4,9 Prozent günstiger als eine klassische Sanierung. Damit spare das Rathaus bis zum Ende der 30-jährigen Mietzeit etwa 2,3 Millionen Euro. Allerdings sind der Stadt durch den langen Leerstand (zwischenzeitlich war geplant, das Gebäude zu verkaufen) auch Kosten von mehr als drei Millionen Euro entstanden. CDU und FDP hatten der Stadtverwaltung Ende April vorgeworfen, das Verfahren durch die Umplanung von Verkauf auf Eigennutzung mit Investorenmodell verlängert und dadurch monatliche Kosten von 136.000 Euro verursacht zu haben. Die Summe könnte deutlich steigen, denn die Vergabe des ÖPP-Auftrags soll bis Ende 2017 erfolgen. Dann würden für jeden Monat Leerstand weitere Kosten entstehen.

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten (voraussichtlich 2019) sollen auf die 6700 Quadratmeter in vier Etagen Kämmerei, Stadtkasse und Steueramt einziehen. Sie sind derzeit auf andere städtische Gebäude verteilt. Der Sitz des Steueramts an der Aachener Straße gilt als mögliches Verkaufsobjekt. Ebenfalls verkauft werden sollen die Gebäude des Technischen Rathauses an der Brinckmannstraße.

Quelle: RP
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