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Düsseldorf
Iranische Flüchtlinge lassen sich christlich taufen

Düsseldorf. Am Samstag feierte die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Christophstraße ein Tauffest mit rund 40 neuen Gemeindemitgliedern, alle aus dem Iran stammend. Sie ließen sich von den sogenannten Gemeindeältesten taufen. Bei der Taufe in einer Baptistengemeinde steigt der Täufling ganz in Weiß gekleidet in ein großes Taufbecken und wird dort von seinem Täufer für einen Moment vollständig untergetaucht. Im Sommer finden solche Tauffeste übrigens auch schon mal am Unterbacher See oder am Rhein statt. Von Beate Werthschulte

Die meisten der Täuflinge sind erst seit wenigen Monaten in Düsseldorf, sie kamen als Flüchtlinge aus dem Iran, weil sie dort ihre Nähe zum Christentum verbergen mussten oder wegen ihres Glaubens bereits unter Repressalien litten. Zwar entstammen sie alle ursprünglich muslimischen Familien, erklärt Raymond Mathis, einer der vier Ältesten, die gemeinsam die Baptistengemeinde Christophstraße leiten, haben sich jedoch - aus unterschiedlichen Gründen - bereits im Iran dem christlichen Glauben zugewandt. Laut Mathis wollten viele den durch den Islam auferlegten Zwängen entfliehen, wendeten sich freichristlichen Gemeinden zu. Der größte Teil der Täuflinge lebt derzeit in Flüchtlingsheimen, viele sind in Garath untergebracht. Auf die Frage, wie sie denn den Weg in die Gemeinde Christophstraße finden, sagt Mathis, iranische Flüchtlinge christlichen Glaubens würden sich innerhalb ihrer Gruppen in den Unterkünften ganz vorsichtig outen. "Irgendjemand hat dann von unserer Gemeinde gehört, zumal unter unseren Mitgliedern schon seit geraumer Zeit einige sind, die aus dem Iran stammen. Und so spricht sich das herum und sie kommen zu uns", erklärt er. Allerdings hätten sie nach wie vor - auch hier in Deutschland - große Angst vor Verfolgung und blieben unter sich. "Einer unserer Täuflinge hat mir erzählt, dass er aus Angst nur heimlich nachts in der Bibel liest", erzählt Mathis.

Muslime, die sich vom Islam abwenden, müssen im Iran mit der Todesstrafe rechnen. Könnte also die Taufe eine mögliche Abschiebung aus Deutschland zu verhindern? Mathis: "Asylrichter bohren ja nach, stellen viele Fragen und können ganz schnell herausfinden, ob jemand wirklich Christ ist oder das nur vorspielt." Er ist der festen Überzeugung, dass seine Täuflinge, es wirklich ernst meinen.

Quelle: RP
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