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Düsseldorf
Jan-Wellem-Ring an Mäzen Kemp

Düsseldorf. Der Sammler wird für seine Schenkungen ans Museum Kunstpalast geehrt. Von Bertram Müller

Das Museum Kunstpalast hat dem heute 88-jährigen Sammler Willi Kemp viel zu verdanken. Jahrzehntelang erwarb er zeitgenössische Kunst, Informel und Zero vor allem - und dann, vor vier Jahren, schenkte er alle 1200 Objekte dem Museum: Werke unter anderem von Günther Uecker, Gotthard Graubner und Karl Otto Götz. Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) hat, wie man hört, nicht ein einziges Mal mit ihm eine Tasse Kaffee getrunken. Unter seinem Nachfolger ist alles anders: Thomas Geisel (SPD) wird ihm, wie unsere Zeitung erfuhr, Mitte Mai den Jan-Wellem-Ring überreichen, einen goldenen Ring mit dem Abbild des Kurfürsten als Auszeichnung für besondere Verdienste um die Stadt Düsseldorf.

Zu den früheren Preisträgern zählen Uecker, der Architekt Edmund Spohr und der vormalige Eon-Chef Ulrich Hartmann, dessen Konzern bis heute erheblich zur Finanzierung des Museums Kunstpalast beiträgt.

Der diesjährige Preisträger fand durch seinen Beruf Kontakt zu Künstlern. Als Steuerberater unterstützte er sie und freundete sich mit ihnen an. Mancher beglich seine Rechnung mit einem Bild. Im Museum Kunstpalast werden immer wieder Ausschnitte aus Kemps riesiger Kollektion gezeigt - zurzeit eine Ausstellung zum bevorstehenden 100. Geburtstag des informellen Kölner Malers Bernard Schultze (1915-2005). Schultze machte sich mit seinen surrealen "Migofs" einen Namen, Mischwesen aus pflanzlichen und organischen Formen. Auch Kemp wäre gern Künstler geworden, doch erkannte er: Andere waren besser. So beschied er sich mit der Rolle des großzügigen Kunstbesessenen.

Quelle: RP
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