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Düsseldorf
Japan in fünf Phänomenen

Fünf Erkenntnisse zum Düsseldorfer Japan-Tag
Fünf Erkenntnisse zum Düsseldorfer Japan-Tag FOTO: Endermann, Andreas
Düsseldorf. Mehr als 650.000 Besucher kamen am Samstag zum 14. Japan-Tag – und lernten ein Land zwischen Tradition und Popkultur kennen. Welche Phänomene sich dabei beobachten ließen, haben wir hier für Sie zusammengefasst. Von Laura Ihme

Japan ist ein Land voller Gegensätze. Das wurde beim Besuch auf dem Japan-Tag am Rheinufer am Samstag deutlich: Zum einen sind da uralte Traditionen wie die richtige Art und Weise, einen Kimono anzulegen, oder die strengen Regeln in Kampfkünsten wie dem Judo oder dem Karate. Japan ist aber auch schrill, bunt, modern und skurril – das zeigten auch an diesem Wochenende wieder die vielen Stände zur japanischen Popkultur und ihre Besucher, Cosplayer, Manga- und Animefans aus ganz Deutschland. Wir haben fünf Japan-Phänomene für Sie zusammengestellt.

Manga-Fans beim Japan-Tag 2015 FOTO: dpa, hka ink

Erstens: Schrille Kostüme gehören zum guten Ton

Das Cosplay bildet eine ganz eigene Disziplin in der japanischen Popkultur. Fans von Manga-Comics und Anime-Serien versuchen dabei, mit selbstgestalteten Kostümen ihren Idolen so nah wie möglich zu kommen. Bestandteil dieser Kostüme sind meist: sehr, sehr lange Haare, die oft zu zwei Zöpfen gebunden werden (siehe Foto), kurze Röcke, mal als bunte Schuluniform, mal im viktorianischen Stil interpretiert, und stark geschminkte Augen, die dem Stil der in Mangas oft riesig gezeichneten Augen nahekommen sollen. Beim Japan-Tag gilt dann: je ausgefallener, desto besser. Wer sich richtig viel Mühe mit seinem Kostüm gegeben hat, kommt kaum zwei Schritte vorwärts, ohne für ein Foto posieren zu müssen. Damit hat sich die Arbeit dann auch gelohnt.

So schön war der Japan-Tag 2015

Zweitens: Alles muss niedlich sein

Das ist Domo, Maskottchen des japanischen Fernsehsenders NHK. Was Domo darstellt? Keine Ahnung, "aber in Japan kennt jeder Domo", sagt Kai Buchler, vom Stand des Senders. Seinen Namen verdankt das Dingsbums der Redewendung "Domo konnichi wa", was so viel wie "Hallo und guten Tag" bedeutet. Eine genaue Übersetzung für Domo gibt es aber nicht. Muss es auch nicht, wichtig ist nur, dass Domo trotz seiner spitzen Zähne irgendwie niedlich ist. Und damit hat es bei den Japan-Fans schon gewonnen. Was niedlich ist, wird abgelichtet, das gilt für Maskottchen wie Menschen gleichermaßen. Berühmtestes Beispiel: Hello Kitty.

So schön war das Feuerwerk zum Japan-Tag 2016 FOTO: dpa, mg vfd

Drittens: Ein Kimono ist Arbeit

Sophie Roscher ist extra aus Hamburg zum Japan-Tag angereist. Bereits vergangenes Jahr wollte sie einmal einen Kimono anprobieren, da war der Stand des Japanischen Clubs aber schon ausgebucht. Dieses Mal hat es zum Glück geklappt. Also raus aus den Alltagsklamotten und rein in den Kimono. Bloß ist das gar nicht so einfach: Das Gewand wird in verschiedenen Schichten umgelegt, der Rücken extra stabilisiert und der Gürtel straff gebunden. Dabei helfen Ayumi Hibino (l.) und Naoko Eguchi vom Japanischen Club. Und die sind gnadenlos: "Ganz schön eng das Teil", sagt Roscher. Dafür sieht das Ergebnis aber ziemlich gut aus.

Viertens: Origami ist gar nicht leicht

Von Unwissenden wird es gerne mal belächelt, als Bastelei für die Kinder abgetan. Mitnichten. Origami kann nämlich ganz schön schwer sein. Während Profis wie Mayumi Iwata (Foto) es schaffen, in wenigen Sekunden Figuren wie den berühmten Kranich oder eine sich öffnende Lilie aus einem Stück Papier zu zaubern, brauchen Laien gut und gerne mal für eine Figur eine Viertelstunde. Die zumeist kleinen Gäste am Origami-Stand des Japanischen Clubs haben deshalb auch ein wenig Hilfe von den Profis bekommen. Außerdem haben diese einfachere Figuren für den Basteltisch ausgewählt, wie zum Beispiel eine kleine Schmuckschatulle aus Papier.

Fünftens: Spielzeug kaufen die Großen

Niedliche Kuscheltiere und Actionfiguren aus Anime-Filmen sind vor allem etwas für Kinder? Weit gefehlt, am Stand des japanischen Spielwarenhandels J-Cop tummeln sich vor allem erwachsene Kunden, drängeln aneinander vorbei und versuchen, noch eines der letzten Tierchen von Was-auch-immer zu ergattern. "Wir kommen extra aus Japan für dieses Fest her", sagt der Verkäufer. Warum alle so verrückt nach den Waren sind? Er weiß es nicht. Vielleicht, weil es die Sachen in Deutschland nicht so einfach zu kaufen gibt. Deshalb kosten sie wohl auch mehr, ein kleines Plüschtier wechselt zum Beispiel für 45 Euro den Besitzer.

Mehr Bilder zum Japan-Tag finden Sie auch bei TONIGHT.de

 

 

 

 

 

 

 

 

(rp)
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