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Düsseldorf
Japaner sorgen sich ums Image

Düsseldorf. Symposium thematisiert Blick der Düsseldorfer auf die asiatischen Mitbürger. Von Helmut Michelis

Mögen die Düsseldorfer "ihre" Japaner noch? Das früher so positive Bild von diesem asiatischen Land hat empfindliche Kratzer bekommen. Das behauptet jedenfalls der britische Fernsehsender BBC auf Basis einer regelmäßigen Meinungsumfrage zu den beliebtesten Ländern der Welt - Grund genug für das Japanische Generalkonsulat Düsseldorf und die Deutsch-Japanische Gesellschaft am Niederrhein, die Beziehungen in einem ganztätigen Symposium im Derag Livinghotel de Medici mit rund 100 Teilnehmern einmal sehr kritisch und offen zu durchleuchten.

Mit 365 Unternehmen und 6400 Menschen ist die japanische Gemeinde in der Landeshauptstadt die drittgrößte in Europa und seit Jahrzehnten sehr gut integriert, was auch mit der traditionellen Höflichkeit und Zurückhaltung der Gäste zu tun hat. Die zurzeit schwierige politische und wirtschaftliche "Großwetterlage" kann allerdings auch in Düsseldorf nicht ohne Einfluss bleiben. Zudem wechseln die Angestellten vieler japanischer Unternehmen in schnellerem Rhythmus und konzentrieren sich zunehmend auf ganz Europa - und damit auf die englische statt der deutschen Sprache.

Die Experten beider Nationalitäten vermuten, dass vor allem die Reaktorkatastrophe von Fukushima zum verschlechterten Image Japans beigetragen haben könnte. Atomkraft sei vor allem in Deutschland ein heikles Thema; viele Bundesbürger verstünden die Haltung Tokios nicht, trotz der schlechten Erfahrungen weiter auf die Kernenergie zu setzen. Doch beweisen Untersuchungen, dass sich Deutsche vor allem für die japanische Kultur interessieren. Sie suchten im Internet vor allem nach Sushi-Rezepten oder Mangas und Animes, den japanischen Comics und Zeichentrickfilmen, und deutlich weniger nach japanischer Politik oder ökonomischen Begriffen.

Zwischenmenschlich seien speziell in Düsseldorf keine Probleme erkennbar, waren sich die Teilnehmer des Forums mit dem neuen Generalkonsul Ryuta Mizuuchi einig. Bürgermeister Günter Karen-Jungen plädierte aber dafür, den gegenseitigen Austausch vor allem im Jugendbereich weiter auszubauen: "Die Düsseldorfer sollten sich beim Japan-Tag oder im Alltag ein eigenes Bild machen und persönliche Kontakte knüpfen. Die Begegnung der Menschen ist der wichtigste Faktor."

Quelle: RP
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