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Prozess in Düsseldorf
Jecke klagen wegen 3 mal 11 Euro

Das sind die Karnevalsumzüge in Düsseldorf
Das sind die Karnevalsumzüge in Düsseldorf FOTO: RP
Düsseldorf. In der heißesten Phase des Karnevals fand sich der Wagenbauleiter des Rosenmontagszuges am Dienstag beim Amtsgericht ein. Dort ließ sich Torsten Langer vom Vorstand der Stadtgarde wegen 33 Euro verklagen.

Als Mitglied der Stadtgarde hatte er den Jahresbeitrag von 44 Euro pünktlich bezahlt. Auch im dortigen Ehrenrat den Vorsitz zu übernehmen, war er bereit. Weil es aber Knatsch gab mit anderen Vorstands-Mitgliedern, trat Langer wieder aus - und blieb den um 33 Euro höheren Beitrag als Ehrenratsmitglied schuldig. Per Zivilprozess fordert die Stadtgarde diesen Betrag nun ein. Ein Urteil steht noch aus.

Der Richterin war klar, dass es nicht bloß um 33 Euro ging: "Da scheint ja irgendetwas im Argen zu liegen!" Über Andeutungen und Schuldzuweisungen kam allmählich heraus: Das Band zwischen Torsten Langer und dem Stadtgarde-Vorstand ist wohl endgültig zerschnitten. Langer behauptet, es habe keinen formellen Vorstandsbeschluss zu seiner Aufnahme in den Ehrenrat gegeben. Dennoch habe er der Stadtgarde die geforderten 33 Euro sogar angeboten. "Aber das war nicht gewollt."

Denn auch noch Anwalts- und Verfahrenskosten zu tragen, war Langer nicht bereit und die Gegenseite winkte ab: Da werde "so viel gegen den Verein intrigiert", trug der Stadtgarde-Anwalt vor, dass eine gütliche Einigung fast unmöglich sei. Zumal Langer ja Forderungen erhoben habe, die angeblich bis ins Privatleben des Stadtgarde-Vorstands hineinreichen. Langer: "Ich habe nur gefordert, dass gegenseitig Ruhe herrscht!" Die Richterin ging auf solchen Knatsch aber nicht ein. Sie machte klar, dass nach Kläger-Vortrag die Satzung der Stadtgarde für die Aufnahme in den Ehrenrat "keine bestimmte Form" vorschreibe, dass Langer den Zusatzbetrag von 33 Euro also zahlen müsse. Plus alle anderen Kosten. Der gab sich aber kämpferisch: "Wenn das so kommt, gehe ich weiter, das ist für mich eine Prinzip-Sache", sagte er nach dem Termin. Ein Urteil soll in drei Wochen folgen, deutlich nach Abschluss der aktuellen Session.

(wuk)
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