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Düsseldorf
Jecke uneins über "En de Canon"

Düsseldorf: Jecke uneins über "En de Canon"
Christoph Joußen möchte einen Anlaufpunkt für Karnevalisten schaffen. FOTO: Endermann, Andreas (end)
Düsseldorf. Geht es nach dem früheren Geschäftsführer des Comitee Düsseldorfer Carneval (CC), Christoph Joußen, dann sollte der Verein bald Eigentümer des Traditionsrestaurants "En de Canon" sein. Von Thorsten Breitkopf

Das Gebäude steht in unmittelbarer Nachbarschaft zum Haus des Karnevals, in dem das CC seinen Sitz hat und wo auch das Karnevalsmuseum untergebracht ist.

Zurzeit ist das Restaurant geschlossen, das Gebäude im Besitz der Stadt ist enorm sanierungsbedürftig. Und die will die Sanierung des Hauses mit Lokal und darüber liegenden Wohnungen nicht bezahlen. Daher wird gerade ein neuer Besitzer mit einer Erbpachtregelung gesucht. Das Grundstück fiele dann irgendwann an die Stadt zurück. Bis Juli ist eine Bewerbung möglich, Voraussetzung ist, dass der Bewerber die Kriterien der Stadt erfüllt, und die sind unter anderen ein "gutes gastronomisches Konzept, das zur Tradition passt".

Bei Hans-Jürgen Tüllmann stößt die Idee auf wenig Gegenliebe. FOTO: Andreas Endermann

Um diese Nutzung zu gewährleisten, schlägt Joußen nun vor, dass die Karnevalisten getragen durch CC und den Förderverein das Objekt erwerben. "Das wäre ein schöner Anlaufpunkt für die Karnevalisten und auch die anderen Brauchtumsvereine, also die Schützen oder die Jonges", sagt Joußen. Bei einem privaten Anbieter laufe man Gefahr, dass die Nutzung in begehrter Lage zu kommerziell wird. Durch das Gebäude "En de Canon", in dem schon Kurfürst Jan Wellem und Napoleon speisten, könnte das CC seine Räumlichkeiten oder das Museum erweitern, sagt Joußen.

Bei seinem Nachfolger als CC-Geschäftsführer, Hans-Jürgen Tüllmann, treffen die Vorschläge auf wenig Gegenliebe. Zwar präferiert auch Tüllmann eine Nutzung durch die Karnevalisten, doch es gebe ein gewaltiges Problem: "Ich schätze die Kosten der Kernsanierung auf 1,5 Millionen Euro, und diese Summe können wir definitiv nicht stemmen", sagt Tüllmann. Auch der Förderverein könne das nicht. "Wir brauchen unsere Mittel für die Rücklagen, wenn mal was anbrennt, etwa beim Rosenmontagszug."

Quelle: RP
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