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Macher am Rhein
Jedem Kunden sein eigenes Emoji

Macher am Rhein: Jedem Kunden sein eigenes Emoji
Marco Hüsges zeigt, was man mit Emojis machen kann. FOTO: h.-j. bauer
Düsseldorf. Der Unternehmer Marco Hüsges hat sich die Rechte an verschiedenen Produkten rund um die Piktogramme gesichert. Von Beate Werthschulte

Er möchte eigentlich nicht so gern im Mittelpunkt stehen und schon gar keinen Kult um seine Person haben. Für den Unternehmer Marco Hüsges (44) stehen die Ideen und Produkte rund um die Emojis im Vordergrund, für die er mit seiner Firma Emoji Company weltweit die Markenrechte erworben hat. Sie sollen eines Tages Kultstatus erreichen.

Geboren wurde die Idee im August 2013. Hüsges wollte eigentlich Urlaub machen in Kroatien, aber nach ein paar Tagen Strandleben dachte er dann doch ans Geschäft und die Emojis fielen ihm ein. Jeder, der einen Computer oder ein Smartphone besitzt, kennt die in den 1990er Jahren vom japanischen Informatiker Shigetaka Kurita erfundenen Piktogramme oder "Bildzeichen" und benutzt sie nahezu täglich.

Sie gehören längst zur üblichen Kommunikation über verschiedene Kanäle wie SMS, WhatsApp, Facebook oder Instagram und werden länder- und sprachenübergreifend von jedem verstanden. Der Begriff Emoji spielt darauf an, dass die Bilder verschiedene Emotionen ausdrücken. Also warum nicht daraus eine weltweite Lifestyle- und Kultmarke machen? Noch vom Strand aus rief Hüsges seinen Anwalt an, damit dieser sich um den Erwerb der Markenrechte kümmerte.

Inzwischen gehören ihm diese Rechte am Begriff Emoji weltweit für mehr als 25 unterschiedliche Produktkategorien, von Mode, Accessoires und Kosmetik über Schreib- und Spielwaren, Speisen und Getränke bis hin zu Haushaltswaren. Auf internationalen Lizenzmessen, beispielsweise in Las Vegas und London, hat Hüsges die Marke im vergangenen Jahr auf eigenen Messeständen präsentiert, über die Münchener Lizenzagentur Bavaria Sonor und neun weitere Agenturen lässt er sie seit März weltweit vermarkten. Seine Designer haben bereits mehr als 1000 verschiedene Emojis entworfen, bis Ende des Monats werden es ungefähr 1800 sein. Natürlich sind auch solche dabei, wie man sie vom Smartphone her kennt, aber viele wurden ganz neu entwickelt, oftmals auch themenbezogen, beispielsweise für saisonale Produkte zu Halloween, zu Karneval oder zum Oktoberfest. "Wir stehen zwar jederzeit als Ideengeber zur Verfügung, und es gibt einen umfangreichen Styleguide, aus dem die Kunden aussuchen können", erklärt Hüsges. "Wir entwickeln aber auch Emojis nach den Wünschen der Lizenznehmer, je nach Budget auch exklusiv."

In der eher schnelllebigen Modewelt sind Emoji-Produkte europaweit bereits gut vertreten, auch in verschiedenen großen Düsseldorfer Geschäften werden sie seit einigen Monaten vertrieben. In diesem Jahr beginne, so Hüsges, nun der weltweite Rollout. Bis Ende des Jahres sollen mehrere hundert Produkte seines Unternehmens nahezu überall auf der Welt auf dem Markt sein, darunter auch solche, die etwas mehr Vorlaufzeit benötigen wie beispielsweise Artikel zum Schulanfang, eine Kosmetiklinie oder Nahrungsmittel.

Im Laufe des Jahres will Hüsges außerdem expandieren und sein Team verstärken. Bisher sind sechs Mitarbeiter am Düsseldorfer Standort für ihn tätig, bis Ende des Jahres sollen es zehn bis zwölf sein. Neben weiteren Designern, die sich mit neuen Themen und neuen Produkten beschäftigen sollen, sucht er Unterstützung in Bereichen wie Marketing oder Social Media, um diese auf professionelle Füße zu stellen. Auch über einen Standortwechsel denkt er immer mal wieder nach, denn persönlich gefällt ihm eine Stadt im Norden Deutschlands besonders gut und er könnte sich vorstellen, demnächst dort zu leben: Hamburg.

Jetzt ist er aber erstmal eine Weile unterwegs. "Kunden-Roadshow in Nordamerika", erklärt er. Der persönliche Kontakt zu den Partner-Agenturen in den unterschiedlichen Regionen ist ihm wichtig, denn die Gegebenheiten seien schließlich in jedem Land anders. So ist er selbst immer wieder überrascht über die Vielfalt der Produktwünsche, die ihn aus den verschiedenen Ländern erreichen.

Quelle: RP
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