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"Jetzt müssen auch die Autofahrer profitieren"

Düsseldorf. Roman Suthold, Verkehrsexperte des ADAC, hat am Sonntag die neue Wehrhahn-Linie erkundet. Mit ihm sprach RP-Redakteur Christian Herrendorf.

Wie gefällt Ihnen die neue U-Bahn?

Roman Suthold Sie ist ein netter Baustein, aber damit wird nicht die komplette Verkehrsproblematik gelöst. Es ist positiv, dass die Stadt aus den überfüllten Straßen ein Verkehrsmittel rausnimmt. Umso mehr Menschen auf die U-Bahnen umsteigen, umso entspannter wird die Lage an der Oberfläche.

Würden Sie die U-Bahn nutzen?

Suthold Wir sind für eine Mischung und dafür, dass man immer das Verkehrsmittel nimmt, das am besten funktioniert. In dicht geballten Innenstädten kann das auch die U-Bahn sein - wenn es zum Beispiel für Pendler genügend Park & Ride-Plätze gibt. Wenn die aber überfüllt sind, steigen die Leute nicht um.

Wie bewerten Sie die U-Bahn wirtschaftlich?

Suthold Betriebswirtschaftlich rechnet sich das nicht. Es wird auch nicht mehr viele Projekte dieser Art geben, weil nur noch wenige Kommunen ihren Anteil an solchen Großprojekten stemmen können. Der gesamtwirtschaftliche Effekt ist aber gegeben, hinzu kommen auch noch Faktoren, die sie nicht messen können, wie eine erhöhte Lebensqualität an der Oberfläche.

Was muss oberirdisch geschehen?

Suthold Dort sollten flexible Lösungen gefunden werden. Das heißt, es sollten von Autos überfahrbare Schutzstreifen geschaffen werden, um Radfahrern Raum und Aufmerksamkeit zu geben. Man sollte aber genau schauen, ob der Bedarf so hoch ist, dass es ein nicht überfahrbarer Radstreifen sein muss. Für die Autofahrer ist wichtig, dass sie genügend Parkraum vorfinden und der Verkehr besser fließt, sie also auch von der U-Bahn profitieren.

Quelle: RP
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