| 07.56 Uhr

Ehrung für SPD-Politiker
Airport Düsseldorf wird zum Johannes-Rau-Flughafen

Johannes Rau wird Namenspatron für den Düsseldorfer Flughafen
In Düsseldorf erinnert bereits ein Denkmal an Johannes Rau. FOTO: Endermann, Andreas
Exklusiv | Düsseldorf. Der ehemalige Landesvater und Bundespräsident soll Namenspatron für den Flughafen werden. Oberbürgermeister Thomas Geisel und die Landesregierung sind sich einig. Der Beschluss erfolgt vermutlich im Februar. Von Michael Bröcker und Uwe-Jens Ruhnau

Der Flughafen Düsseldorf steht vor einer spektakulären Umbenennung: Der drittgrößte deutsche Flughafen soll im neuen Jahr auf den Namen Johannes-Rau-Flughafen getauft werden. Dies hat unsere Redaktion aus Kreisen der Landesregierung erfahren.

Danach ist das Vorhaben mit Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) bereits vor Monaten besprochen worden. Um die Entscheidung auf möglichst breite Beine zu stellen, hat offenbar ein politischer Tauschhandel stattgefunden: NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) will das Mannesmann-Hochhaus am Düsseldorfer Rheinufer in Richard-von-Weizsäcker-Haus umbenennen. Damit würde in der Landeshauptstadt auch ein prominenter Christdemokrat geehrt. Die Feierstunde hierfür ist auf den 25. Januar terminiert.

Für die Umbenennung des Flughafens hat Geisel offenbar den Februar im Visier. Die Mehrheit im Aufsichtsrat scheint sicher. Die Stadt hält 50 Prozent der Anteile, aber auch die privaten Miteigentümer Aer Rianta und PSP Investments können sich mit der Idee anfreunden.

Fotos: Diese Persönlichkeiten sind Namensgeber für Flughäfen FOTO: dpa

Seit 2013 heißt der Flughafen "Düsseldorf Airport". Rund 22 Millionen Passagiere flogen im Jahr 2014 von Düsseldorf zu mehr als 180 Zielen in der ganzen Welt. 

Einen Vorstoß gab es schon 2007

Schon 2007 hatte es in Teilen der Bundestagsfraktion der SPD eine Initiative zur Umbenennung des Flughafens gegeben, der damalige Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) lehnte diese aber ab.

Auch in der Führung der NRW-SPD hatte es damals keine Unterstützung gegeben. Damals hieß es in der SPD, man verbinde mit Rau nicht den Flugverkehr, sondern die Entwicklung des Wissenschaftsstandorts NRW. So sollte die von Rau initiierte Fern-Universität Hagen seinen Namen tragen. Daraus wurde aber nichts.

Heute gibt es in der Landes-SPD eine breite Mehrheit für die Umbenennung des Flughafens in Erinnerung an den Wuppertaler SPD-Politiker, der von 1978 bis 1998 die politischen Geschicke des Landes leitete.

Hannelore Kraft gefällt die Idee schon lange

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hegt seit vielen Jahren Sympathien für die Idee, scheiterte zuletzt aber vor einigen Jahren auch am Widerstand von Erwin-Nachfolger Dirk Elbers. Mit dem Regierungswechsel nahm SPD-Mann Thomas Geisel die Idee wieder auf.

Der Flughafen sei als Drehkreuz der Menschen, die nach NRW kommen und von NRW in die Welt fliegen, der ideale Ort für die Ehrung des verdienten SPD-Politikers, heißt es in Geisels Umfeld. Städte wie Köln (Konrad Adenauer), München (Franz Josef Strauß) und Berlin (Willy Brandt) haben ihre Flughäfen nach prominenten Politikern benannt. Das technische Kürzel DUS bliebe ohnehin erhalten.

Und mit der wahrscheinlichen Umbenennung des Mannesmann-Hochauses in Richard-von-Weizsäcker-Haus hat auch die CDU einen verdienten Politiker prominent im Stadtbild verankert. 

Rau war viel in Düsseldorf unterwegs, schätzte die Brauhäuser, war mit seiner Familie und der damaligen Oberbürgermeisterin Marlies Smeets Stammgast im Apollo-Varieté (Sohn Philip wollte damals Clown werden). Den Flughafen nutzte er dienstlich oft, dessen Entwicklung trieb er allerdings nicht mit Macht voran.

Mit Blick auf den Angerlandvergleich, der den Flughafen im Betrieb beschränkt und die Anwohner schützt, sagte er schulterzuckend: "Soll ich denn die Ratinger Politiker in Beugehaft nehmen?"

Den Kommentar von RP-Chefredakteur Michael Bröcker zum Thema lesen Sie hier

Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Johannes Rau wird Namenspatron für den Düsseldorfer Flughafen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.