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Düsseldorf
Jüdisches Gymnasium vor dem Start

Düsseldorf: Jüdisches Gymnasium vor dem Start
Blick aus dem Förderraum in ein Klassenzimmer: Schulleiter Michael Bock (l.) und Michael Szentei-Heise freuen sich auf den Schulbeginn. FOTO: H.-J. Bauer
Düsseldorf. Im Bürogebäude an der Theodorstraße ist der Umbau zur Schule kurz vor dem Abschluss. Kinder aus dem gesamten Stadtgebiet werden mit Bussen nach Rath gebracht. Der Zugang zum Gebäude ist speziell gesichert. Von Sonja Schmitz

In der kommenden Woche eröffnet in Rath das erste Jüdische Gymnasium in Nordrhein-Westfalen. Nach der Einweihungsfeier am Mittwoch geht am Tag darauf das Schulleben im neuen Albert-Einstein-Gymnasium los. 38 Schüler und sechs Lehrer erleben dann ihren ersten Schultag an der Theodorstraße. "Einige Arbeiten werden sicher noch in den ersten Tagen und Wochen des Schuljahres fertiggestellt", sagt Michael Szentei-Heise, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde, und führt schon einmal zusammen mit Schulleiter Michael Bock durch die leeren hellen Räume.

Im Erdgeschoss sind die Räume für die Mensa und die Servierküche untergebracht. Angeliefert werden die koscheren Mahlzeiten von der Jüdischen Gemeinde, in deren Küche zwei neu eingestellte Köche das Essen frisch zubereiten. Im Stockwerk darüber liegen die Klassenräume sowie die Zimmer von Schulleitung und dem Lehrerkollegium. "Das Schöne ist, dass man bei einer neuen Schule vor allem selber planen und so gestalten kann, dass sich die Kinder wohlfühlen", sagt Schulleiter Bock. In jedem Klassenraum sehen die Form der Tische und die Farbe der Stühle anders aus. Dabei wurde darauf geachtet, dass alle Stühle höhenverstellbar sind, so dass sie sich dem Wachstum der Kinder anpassen können. Anstelle von Tafeln wurde jeweils eine Fläche an der Wand so beschichtet, dass sie beschrieben werden kann.

Anders auch als in anderen Schulen gehört zu jedem Klassenraum ein kleinerer Förderraum, der für die Lehrer über ein Fenster eingesehen werden kann. Dort können Kinder separat arbeiten, die wegen ihrer Leistungen entweder stärker gefordert oder stärker unterstützt werden sollten.

In einem Klassenraum sitzt bereits Sven Georg, Lehrer für Biologie und Englisch, und bereitet sich mit seinem Laptop auf den Unterricht vor. Jüdischen Glaubens ist er wie die meisten anderen Kollegen nicht. Lediglich die Lehrer für Hebräisch und Religion gehören dem jüdischen Glauben an. "In dieser Hinsicht lerne ich hier viel dazu", sagt Georg. "Wir sind konfessionsungebunden und akzeptieren jede Konfession, die zu uns kommen möchte", sagt Szentei-Heise. Sobald es zwölf Kinder einer anderen Konfession gebe und deren Eltern einen entsprechenden Religionsunterricht wünschen, werde dieser eingerichtet, erklärt Szentei-Heise.

Von den 38 Schülern, die am Donnerstag in zwei Klassen unterrichtet werden, haben 36 zuvor die jüdische Yitzhak-Rabin-Grundschule besucht, zwei Schüler sind nicht-jüdischen Glaubens. Wie eigentlich alle jüdischen Institutionen ist auch das Albert-Einstein-Gymnasium speziell gesichert. Für die Schulbusse öffnet sich ein schweres Tor, das ansonsten durch bewegliche Poller geschützt ist. Am Eingang befindet sich eine Sicherheitsschleuse, Väter einiger Schüler engagieren sich beim Sicherheitsdienst.

Die nächsten vier bis fünf Jahre hat das Gymnasium Zeit, in den Räumen an der Theodorstraße Erfahrungen zu sammeln, bevor es dann an den regulären Standort an die Borbecker Straße zieht. Mit den Planungen dafür wird nach der Eröffnung begonnen.

Quelle: RP
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