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Düsseldorf
Jugendausschuss erwartet Erklärung

Düsseldorf. Missbrauchsfall im Kinderhilfezentrum beschäftigt auch die Politik.

Die Nachricht von der Verhaftung zweier Bewohner des Kinderhilfezentrums, denen die Staatsanwaltschaft sexuellen Missbrauch einer Zwölfjährigen vorwirft, hat auch die Politik entsetzt. Gleichwohl warnt Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die für die FDP im Jugendhilfeausschuss sitzt, vor Hysterie. Das Kinderhilfezentrum sei eine "wunderbare Einrichtung". Sollte sich der Vorwurf bestätigen, müssten selbstverständlich Konsequenzen gezogen werden. Auch Paula Elsholz (Grüne) drängt auf eine Erklärung. "In einer Einrichtung, die Kinder schützen soll, darf so etwas nicht passieren." Geklärt werden müsse, ob das Personal reicht, das im Kinderhilfezentrum für in Obhut genommene Kinder aus schwierigen Verhältnissen ebenso zuständig ist wie für alleinreisende minderjährige Flüchtlinge.

Ein 15-jähriger Flüchtling aus dem Iran und ein 22-Jähriger, der sich als minderjährig ausgegeben habe, sollen die Zwölfjährige missbraucht haben. Man könne aus einem solchen Vorfall nicht ableiten, dass die Unterbringung auf dem selben Gelände grundsätzlich problematisch sei. sagte die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, Ursula Holtmann-Schnieder (SPD). Gleichwohl werde sich der Ausschuss mit dem Thema befassen und Jugendamts- und Heimleitung um Berichte bitten. Andreas-Paul Stieber (CDU) verwies auf die Verzögerungen beim Bau eines Wohnheims für die jungen Flüchtlinge an der Ludwig-Beck-Straße. Man müsse auch fragen, ob in einer solchen Notsituation "jede DIN-Norm bis zur letzten Schraube erfüllt werden müsse." Das Haus konnte wegen Brandschutzmängeln nicht wie geplant ab Januar genutzt werden.

(sg)
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