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Düsseldorf
Jugendliche malen Bilder zum Thema Heimat

Düsseldorf: Jugendliche malen Bilder zum Thema Heimat
Felix, Hllz, Lidiya, Amanda, Tianhan und Semiha (v.l.) haben bei der Aktion mitgemalt. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Im Rahmen des Projekts "Matassa" der Diakonie durften junge Einwanderer die Wände eines leerstehenden Hauses bunt bemalen. Von Laura Ihme

Seit sieben Monaten lebt Semiha in Düsseldorf. Die 17-Jährige ist aus der Türkei nach Deutschland gekommen. Wenn sie an das Thema Heimat denkt, fallen ihr sofort ihre Freunde ein. Genau diese hat sie deshalb auch auf ihr Wandbild in dem leerstehenden Bürogebäude an der Ackerstraße 144 in Flingern gebracht. "Ich komme aus der Türkei, meine beste Freundin aus Russland. Es ist total egal, wo man herkommt, wenn man sich gut versteht. Das wollte ich mit meinem Bild ausdrücken", sagt Semiha.

Entstanden ist das Bild im Rahmen des Projekts "Matassa" der Diakonie, das es sich zum Ziel gesetzt hat, jugendliche Einwanderer und Flüchtlinge zu fördern. Drei Tage lang durften die Teilnehmer der Aktion in dem Gebäude in Flingern auf 600 Quadratmetern ihren Gedanken zum Thema Heimat freien Lauf lassen. Entstanden sind Dutzende bunte Wandbilder, das größte von ihnen ist sogar fünf Meter hoch und zwölf Meter breit.

"Es ist total spannend, was für die Jugendlichen alles Heimat bedeutet. Viele haben Symbole aus ihrem Herkunftsland gemalt, aber auch Düsseldorf ist zum Beispiel mit dem berühmten Löwen oft auf ihren Bildern zu sehen", sagt Aynur Tönjes, Projektleiterin von "Matassa", was übrigens in der afrikanischen Sprache Haussa so viel wie "Heranwachsender" bedeutet.

So hat zum Beispiel die 15-jährige Darya aus Russland eine Friedenstaube an die Wand gemalt. Hllz (17), die vor einem Jahr aus Syrien nach Düsseldorf gekommen ist, hat die kurdische Flagge gemalt. Ein Adler, ein Basketball und eine iranische Flagge, die von einem Affenkopf umgeben wird, gehören ebenfalls zu den Motiven. Öffentlich zugänglich und von längerer Dauer sind die bunten Bilder allerdings nicht: Das Haus an der Ackerstraße wird bald abgerissen. "Mir hat das Malen aber großen Spaß gemacht", sagt Semiha. Und das ist schließlich die Hauptsache.

Ein fünf Meter hohes und zwölf Meter breites Wandbild ist das Kernstück der Arbeit der Jugendlichen. FOTO: Bretz, Andreas (abr)
Quelle: RP
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