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Alte Papierfabrik in Düsseldorf
Jugendlicher stürzt in Schacht - Feuerwehr im Einsatz

Düsseldorf: Jugendlicher stürzt in zehn Meter tiefen Schacht
Düsseldorf. Die Feuerwehr rückte am Montagnachmittag zu einem Einsatz an der leerstehenden Papierfabrik im Düsseldorfer Hafen im Einsatz aus. Dort war ein Jugendlicher (15) in einen zehn Meter tiefen Schacht gestürzt und verletzte sich schwer. Die Feuerwehr schließt Lebensgefahr nicht aus.

Schwerer Unfall Montagmittag an der Fringsstraße: In der Ruine der Papierfabrik ist ein 15-Jähriger, der sich mit anderen Jugendlichen offenbar zum Graffiti-Sprayen verabredet hatte, in einen zehn Meter tiefen Schacht gestürzt. Schwer verletzt kam der Jugendliche in die Uni-Klinik, Lebensgefahr konnte nicht ausgeschlossen werden.

Höhenretter der Feuerwehr mussten den 15-Jährigen aus dem Schacht befreien, in den er rücklings gestürzt war. Er soll seine Freunde gefilmt haben und dabei rückwärts gegangen sein, konnte den Schacht nicht sehen. Die Freunde riefen die Feuerwehr, doch die Rettungskräfte brauchten mehrere Minuten, um sie auf dem weitläufigen Gelände zu finden. Erst vergangene Woche hatte nach einer neuen Serie von Bränden in der alten Fabrik deren neue Eigentümer sämtliche Fenster, Türen und andere Schlupflöcher des riesigen Gebäudes mit Stahlplatten sichern lassen.

Die Jugendlichen müssen sich ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge gewaltsam Zugang ins Innere der Fabrik verschafft haben. Offenbar waren sie über eine Mauer auf das Gelände gelangt, hatten dort eine der Stahlplatten von einem Eingang weggerissen. Als die Feuerwehr die Unglücksstelle suchte, brach sie einen weiteren Zugang auf. "Das geht nicht ohne weiteres", bestätigten die Einsatzkräfte.

Düsseldorf: Feuerwehr-Einsatz im Hafen FOTO: Berger

Anzeige wegen Hausfriedensbruchs will der Eigentümer wohl nicht erstatten. Markus Mertens, Vorstand der Rialto Capital AG, ist selbst Familienvater und war von der Nachricht aus der Ruine vor allem erschüttert. "Ich hoffe inständig, dass der Junge wieder gesund wird. Das ist erst einmal das Wichtigste", sagte Mertens, der für die Graffiti-Sprayer auch in der Fabrikruine sogar ein bisschen Verständnis hat. "Das sind Künstler. Schlimm sind die Leute, die immer wieder Feuer gelegt und dadurch das Gebäude erst in den baufälligen Zustand versetzt haben.

Mertens hat die Fabrik im September vom Insolvenzverwalter gekauft. Seit 2012 hat es dort 49 Mal gebrannt, allein vorige Woche rückte die Feuerwehr zu fünf Bränden aus. Ein Feuerwehrsprecher warnte erst am Donnerstag in unserer Zeitung vor schweren Unfällen in der Ruine, es sei nur eine Frage der Zeit, bis es dort Tote gebe, sagte er. Ein Abriss der Hallen ist aber noch nicht möglich: Bevor die Rialto AG Baurecht beantragen kann, muss sie einen Erbpachtvertrag mit den Neuss-Düsseldorfer-Häfen schließen. Der nächste Termin in den laufenden Verhandlungen sei im April.

(sg)
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