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Düsseldorf
Jugendpolitiker bringen Projekte voran

Düsseldorf. Mit Anträgen und Anstößen treffen die Interessenvertreter der Jugend verstärkt den Nerv der politischen Debatte. Die aktuellen Stichworte lauten: Freibad-Rabatt, Konzepte gegen Straßenbahnlärm und freier Eintritt in Museen. Von Jörg Janssen

Lange Zeit führte die Interessenvertretung der jungen Düsseldorfer, der Jugendrat, eher ein Schattendasein: eine Spielwiese, auf der sich Teenager ausprobieren durften, die von den Profis der Tagespolitik kaum beachtet wurden. Doch das hat sich geändert. Die wichtigsten Fakten und Trends im Überblick.

Leuchtturmprojekte Gleich zweimal erreichen in dieser Woche Anstöße von Jugendrat und Jugendring (der Dachorganisation aller Jugendverbände) die politische Debatte. Heute berät der Umweltausschuss darüber, Straßenbahnlärm und Feinstaub-Belastung durch die Begrünung des Schienenbetts zu reduzieren. "Ich wohne in Rath und mir war aufgefallen, dass es bei der U72, der früheren 712, auf Ratinger Stadtgebiet schon längst so gemacht wird. Warum nicht auch in Düsseldorf?", fragt Moritz Deling, Vize-Sprecher des Jugendrates. Einen weiteren Akzent setzen Jugendring und Jugendrat mit ihrer Kritik an der Erhöhung der Freibadpreise für Kinder und Jugendliche. Gleich zwei Ausschüsse befassten sich am Dienstag und Mittwoch damit. Das Ergebnis: In einer Sondersitzung wird der Bäderbeirat das Thema erneut aufrollen. Korrekturen zugunsten junger Menschen und Bedürftiger nicht ausgeschlossen. Bereits auf der Haben-Seite: der von Jugendratsmitglied Lea Sikau vorangebrachte Vorschlag, Jugendlichen jeweils am Freitag einer Woche freien Eintritt in die städtischen Museen zu gewähren. "Das gilt bereits in Düsseldorf und hat inzwischen sogar den Landtag erreicht. Vielleicht gilt die Regelung bald für ganz NRW", sagt Jugendratssprecherin Yousra El Makrini (22).

Wahrnehmung "Wir haben viele engagierte Mitglieder und werden intensiver wahrgenommen", sagt Constantin Bintz (19), der bis September 2015 Sprecher des Jugendrates war. Das sehen inzwischen nicht nur die Jugendlichen selber so. "Wir hatten anfangs Zweifel, ob eine Kopie des Erwachsenen-Parlaments wirklich eine geeignete Plattform ist, aber die Arbeit der vergangenen zwei Jahre kann sich sehen lassen", sagt der Grüne Bürgermeister Günter Karen-Jungen (71). Und sein christdemokratischer Kollege Friedrich Conzen (69), der seit 1979 Ratsmitglied ist, meint: "Meist kommen dieselben Jugendratsmitglieder in einen Fachausschuss. Das verschafft Kompetenz."

Baustellen Freilich verläuft nicht immer alles so, wie es sich die Jugendlichen vorstellen. "Wir haben das Thema Pfandringe an Mülleimern in die Debatte eingebracht, damit sich Menschen, die vom Pfandsammeln leben, nicht mehr durch den Dreck wühlen müssen", sagt Franziska Kauz. Dass die Politik dieses Thema aufgriff, findet sie gut. Dass der Jugendrat dabei nicht mehr erwähnt wird, dagegen "ziemlich enttäuschend". Ein weiteres Ärgernis ist das unterschiedliche Engagement der Schulen bei den Wahlen. "An meinem Berufskolleg wurde die Jugendratswahl praktisch ignoriert, obwohl drei Viertel der Schüler im Wahlalter sind. So etwas geht gar nicht", meint Kauz.

Quelle: RP
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