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Bebauung Belsenplatz
Julia Stoschek erreicht ihr Ziel

Bebauung Belsenplatz: Julia Stoschek erreicht ihr Ziel
Kunstsammlerin Julia Stoschek zeigt ihre Sammlung in Hamburg. FOTO: RP, Andreas Bretz
Düsseldorf. Die Sammlerin hatte gegen die Bebauung Belsenpark in Oberkassel direkt neben ihrem Museum protestiert. Jetzt einigte man sich und änderte die Pläne in ihrem Sinne. Der Investor darf als Ausgleich woanders höher bauen. Von Hans Onkelbach

Der Streit zwischen Kunstsammlerin Julia Stoschek (34) auf der einen sowie der Stadt Düsseldorf und Belsenpark-Investor Vivico auf der anderen Seite ist beendet. Gestern teilte die Stadt Düsseldorf mit, man habe sich auf eine Änderung der Baupläne geeinigt. Damit kommt man den Forderungen der Sammlerin entgegen, die sich von dem Projekt direkt neben ihrem Museum am Greifweg in Oberkassel eingeengt fühlte.

Die Vorgeschichte: Julia Stoschek, Teilhaberin eines Automobilzulieferers, kauft vor einigen Jahren ein ehemaliges Fabrikgebäude in Oberkassel zwischen Schanzenstraße und Greifweg. Aufwändig lässt sie es restaurieren und macht daraus eine in der weltweiten Kunstszene anerkannte Sammlung medialer Kunst, vor allem von Video-Installationen.

Direkt nebenan jedoch soll der Investor Vivico das frühere Oberkasseler Bahnhofsgelände neu gestalten, das Projekt "Belsenpark" sieht Büros, Geschäfte und rund 500 Wohnungen vor. In der Nachbarschaft ohnehin umstritten, bekommt diese Planung bald eine sehr aktive Gegnerin: Julia Stoschek. Sie sieht ihr Museum regelrecht eingekeilt von hohen Gebäuden und damit in seiner Wirkung beeinträchtigt.

Ihr Protest zeigt Wirkung. Oberbürgermeister Dirk Elbers schaut sich vor Ort den Streitfall an, bei ihm Bürgermeister (und Kulturausschussvorsitzender) Friedrich Conzen. Sowohl Elbers wie Conzen signalisieren, dass man versuchen werde, eine Lösung zu finden.

Freier Platz durch Baulücke

Das scheint jetzt gelungen. Investor Vivico hat zugestimmt, direkt gegenüber des Stoschek-Museums eine Baulücke zu lassen, durch die ein großer, freier Platz entsteht. Dadurch fällt die optische Beeinträchtigung des anerkannt gut restaurierten Kunst-Gebäudes weg. Man kommt der Sammlerin noch weiter entgegen und räumt ihr für diese Fläche ein Vorkaufsrecht ein, allerdings nur für eine Art Pavillon, den sie möglicherweise bauen und für Kunstausstellungen nutzen will. Bis dahin entsteht dort für das neue Wohnviertel eine Grünfläche, deren Pflege die Stadt übernimmt, was sie dann jährlich 65 000 Euro kostet.

Der Investor hat allerdings nicht nur aus Kunstverständnis eingelenkt, sondern auch ihm kommt man entgegen. Es heißt, die Stadt werde ihm erlauben, den Plan an zwei Stellen so zu ändern, dass er höher bauen und die Fläche so wieder zurück gewinnen kann, die er durch den Stoschek-Kompromiss verloren hat. Dadurch finde eine Kompensation statt, die allerdings nicht den kompletten Verlust ausgleiche, sagte gestern ein bürgerlicher Politiker.

Aber Vivico habe auch eingelenkt, um endlich mit dem Bau beginnen zu können. Sowohl Friedrich Conzen (CDU) wie Marie-Agnes Strack-Zimmermann bezeichneten den Kompromiss gestern als gut, mehr Entgegenkommen gebe es allerdings nicht. Bürgermeisterin Gudrun Hock (SPD) hatte Stoschek seinerzeit ebenfalls unterstützt.

Quelle: RP
 
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