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Düsseldorf
Junge Frau mit Messer attackiert

Düsseldorf: Junge Frau mit Messer attackiert
Die beiden Männer müssen sich seit Dienstag vor Gericht verantworten. In der Mitte sitzt der Dolmetscher, der im Prozess für sie übersetzte. FOTO: wuk
Düsseldorf. Ein massiv traumatisiertes Opfer, das nur in Abwesenheit der Angeklagten zur Aussage fähig war, und zwei Männer, die laut Geständnissen schon heroinsüchtig waren, bevor sie vom Iran an den Rhein kamen. Unter diesen Vorzeichen begann am Dienstag vorm Landgericht der Prozess um einen Raubüberfall auf eine 19-jährige Studentin am Südring.

Im November 2015 war die junge Frau abends zufällig den Angeklagten (19/24) begegnet, wurde ihrer Handtasche beraubt, mit einem Teppichmesser bedroht - und als sie in Todesangst um Hilfe schrie, hat der ältere der Angeklagten sie noch gewürgt, bis sie fast bewusstlos war, und sie mit Stichen und Schnitten am ganzen Körper erheblich verletzt. Zu Prozessbeginn haben beide Männer die Vorwürfe bestätigt.

Das Opfer, das als Nebenklägerin durch einen eigenen Anwalt im Prozess vertreten ist, sollte direkt nach den Geständnissen der Angeklagten als Zeugin zu Wort kommen. Doch ihr Anwalt musste zunächst passen: "Sie ist völlig fertig, hat direkt angefangen zu weinen und ist überhaupt nicht in der Lage, auf Fragen zu antworten", schilderte er die Verfassung der 19-Jährigen. Sie habe "einen fürchterlichen Horror davor, mit den beiden Angeklagten jetzt auch nur in einem Raum zu sitzen".Also jenen Männern, die sie vor knapp vier Monaten überfielen.

Erst wenige Tage vor der Tat waren die Männer in einer Erstaufnahme-Einrichtung in Köln als Flüchtlinge registriert worden - und seien dann am Südring auf die Idee gekommen, die Studentin auszurauben. "Wir waren ja gezwungen", so der jüngere: "Wegen der Sucht." Er habe gewusst, dass sein Komplize ein Teppichmesser dabei hatte, habe der Frau aber die Handtasche sofort entrissen und sei dann geflüchtet. Was danach geschah, sei nicht abgesprochen gewesen. "Es war nicht geplant, dass die Frau verletzt wird."

In groben Zügen bestätigte der ältere Angeklagte alle Vorwürfe. Er habe sich das Messer bei der Begegnung mit der Frau aber zunächst selbst an den Hals gesetzt, um sie zu zwingen, ihnen Geld zu geben. Als das Opfer schrie, habe er die junge Frau zum Schweigen bringen wollen, als er ihr den Mund zuhielt, sie würgte. Der Prozess geht am 1. April weiter.

(wuk)
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