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Düsseldorf
Junge Obdachlose betrog Rheinbahn um 422 Euro

Düsseldorf. Das Bemühen um Kundenfreundlichkeit hat die Rheinbahn Anfang 2014 mindestens 421,90 Euro gekostet. Diesen Betrag kassierte damals nämlich eine 18-jährige Obdachlose an diversen Rheinbahn-Schaltern, als sie vorgab, Fahrkartenautomaten des Unternehmens mit Bargeld gefüttert, aber keine Fahrkarte erhalten zu haben. In 43 Fällen wurde ihr das angeblich eingeworfene Geld problemlos in bar erstattet. Gestern stand sie dafür wegen Betruges vor dem Jugendrichter.

Mit Rücksicht darauf, dass die Angeklagte damals noch unter das Jugendrecht fiel, waren Zuschauer zum Prozess gestern nicht zugelassen. Bekannt wurde nur, dass sie ihre Gaunereien zugab. Kniffelig sei ihre Lage damals gewesen, weil sie im Streit bei den Eltern rausgeflogen sei, zunächst in einem Heim Obdach fand, dort aber auch wieder ausziehen musste, sich zur Oma flüchtete - und auch dort nur Probleme machte. Ergebnis: Mit gerade mal 18 Jahren stand sie auf der Straße, schlief auch dort und hat mit dem Fahrkartentrick bei der Rheinbahn ihr karges Leben zu finanzieren versucht. Auch ohne Belege für die angeblich bezahlten Fahrkarten wurden ihr jedes Mal durchschnittlich fast zehn Euro ausgezahlt. Inzwischen ist die junge Frau davon aber weit entfernt, hat eine eigene Wohnung, erhält regelmäßige Sozialunterstützung und hat ein Kind zur Welt gebracht.

Was jetzt die erzieherisch passende Maßnahme für diese bisher unbescholtene junge Mutter ist, legte der Richter mit der Jugendgerichtshilfe fest: Die jetzt 19-Jährige wurde der Betreuung dieser Jugendgerichtshilfe unterstellt und muss an mindestens zehn Sitzungen eines Kurses teilnehmen, der für straffällig gewordene junge Mütter eingerichtet wurde.

(wuk)
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