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Düsseldorf
"Just Spices" gibt Gewürzen ein Gesicht

Düsseldorf: "Just Spices" gibt Gewürzen ein Gesicht
Die Jungunternehmer Florian Falk (links) und Ole Strohschnieder haben mit einem Kapital von 10 000 Euro im elterlichen Keller begonnen. FOTO: H.-J. Bauer
Düsseldorf. Mit bunten Dosen und Porträts von Köchen verkauft das Start-up 120 Gewürze und 100 Gewürzmischungen. Auf einer Weltreise haben die Gründer Hersteller und Köche besucht und gefilmt. Die Videos werden auf Youtube gezeigt. Von Sonja Schmitz

Handel ist Wandel, heißt es ja. Nun gibt es aber tatsächlich einen Bereich im Supermarkt, an dem die Zeit scheinbar spurlos vorbeigegangen ist: die Ecke mit den Gewürzdosen. Dass dies nicht so bleibt, haben sich Florian Falk (27), Ole Strohschnieder (30) und Bela C. Seebach (30) mit ihrem Start-up "Just Spices" zur Aufgabe gemacht. Wer das Team in den Firmenräumen an der Glockenstraße 16 besucht, stößt dort auf die bunten "Just Spices"-Dosen in weißen Ikearegalen, aber auch auf ein Schild an der Wand mit der Aufschrift: "Vision: Wir emotionalisieren den Gewürzmarkt".

Die Initialzündung für die Geschäftsidee hatten die drei Hobbyköche noch als Studenten in ihrer WG. "Wir wollten ein indisches Dal mit verschiedenen Gewürzen kochen und hatten nur Pfeffer und Salz zu Hause", erinnert sich Florian Falk. Im Supermarkt angekommen, stellten die drei BWLer fest, dass sie für die fünf Gewürze mehr zahlen mussten als für die restlichen Zutaten. Und für diese großen Mengen an exotischen Gewürzen hatten sie keine Verwendung, weil sie bald in unterschiedliche Städte ziehen wollten. "Wir haben uns geärgert, dass es nicht möglich ist, kleinere Mengen zu kaufen", sagt Falk. Sie diskutierten und recherchierten und beschlossen, dem deutschen Gewürzmarkt Paroli zu bieten. "Nicht lange schnacken, einfach machen - das ist unser Motto. Alles andere entwickelt sich dann", sagt Falk über ihr Konzept.

Mit einem Kapitalstock von 10 000 Euro starteten sie 2012 im Keller von Florian Falks Elternhaus in Gerresheim und hatten nach zehn Monaten wieder ihre Ausgaben gedeckt. Mittlerweile produziert und vertreibt "Just Spices" 120 Gewürze und 100 Gewürzmischungen. Dafür im Einsatz sind 14 festangestellte Mitarbeiter, für die Produktion werden zusätzlich Studenten und Aushilfen engagiert.

Anfangs belieferte "Just Spices" vor allem Großkunden wie Gastronomen, Hotels und Kochschulen. So zählte die Brauerei Schumacher zu den ersten Kunden. Aber auch in 160 Supermärkten von Rewe und Edeka sind die bunten Gewürzdosen angekommen. Mittlerweile wird über das Internet etwa die Hälfte des Umsatzes erzielt. Die Philosophie, die Gewürze mit lockerer Ansprache, mit bunten Dosen und den Porträts von Köchen zu verkaufen, kommt an.

Im vorigen Jahr sind die drei Gründer 43 000 Kilometer durch die Welt gereist, um Hersteller und Köche zu treffen und dabei neue Gewürze und Rezepte zu finden. Die Begegnungen haben sie gefilmt. Sie sind nun auf Youtube zu sehen. Ob das Kichererbsencurry von dem Inder Unni oder das Krebsfleischgericht der Köchin aus Breaux Bridge in Louisiana, der selbst ernannten Weltstadt des Crawfish - mit den Gewürzen verbinden sich auf diese Weise immer auch Eindrücke von Reisen, Ländern, Menschen und Gerichten.

Das am häufigsten nachgefragte Gewürz ist allerdings nicht besonders exotisch. Nachdem längere Zeit die Würzmischung für Rührei die meistverkaufte war, hat zurzeit das "Oat Meal Spice" Rang eins erobert. Eine Mischung aus Kokosflocken, Kakao, Mandeln, Vanille, Zimt und Ingwer, die sich Porridge-Fans gerne über ihre Haferflocken streuen.

Mit leckerem Essen konnten die Gründer nicht nur Kunden, sondern auch Geldgeber für sich gewinnen. Auf der Messe "Eat & Style" versorgten sie die Besucher mit 600 Portionen Bratkartoffeln. Das Bratkartoffelgewürz war schnell vergriffen. ",Wenn ihr Geld braucht, sagt bescheid', haben uns Leute aus der Branche, aber auch aus dem Umfeld gesagt", sagt Florian Falk.

Zu den Investoren zählt das Düsseldorfer Hotelvergleichsportal Trivago ebenso wie eine PR-Firma. Geld benötigt "Just Spices" für Marketing und den Aufbau von Internetseiten in anderen Ländern. Schon jetzt kämen Bestellungen aus den Niederlanden, Österreich und England.

Quelle: RP
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