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Düsseldorf
Kabelfehler löst Alarm im Kö-Tunnel aus

Düsseldorf: Kabelfehler löst Alarm im Kö-Tunnel aus
Der Kö-Bogentunnel ist derzeit öfter gesperrt - mal wegen der restlichen Bauarbeiten, gestern und vorgestern wegen Fehlalarmen. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Der Fehlalarm löste gestern früh eine zweistündige Sperrung und damit eine erhebliche Störung des Berufsverkehrs aus. Erst am Sonntag hatte die Brandmeldeanlage ohne Grund Alarm geschlagen. Von Stefani Geilhausen

Eins steht schon mal fest: Die automatische Ansage, die im Ernstfall im Kö-Bogen-Tunnel Autofahrern Anweisungen gibt, ist laut genug. Bis zur Nordstraße soll sie gestern zwischen 6 und 8 Uhr morgens zu hören gewesen sein, berichteten Anwohner uns gestern.

Kö-Bogen-Tunnel: so klingt die Katastrophen-Durchsage

Es soll ein defektes Kabel in der Brandschutzanlage sein, das wohl auch am Sonntag schon einen Fehlalarm ausgelöst hat. In der vergangenen Nacht sollte das sogenannte Brandmeldekabel auf der Suche nach dem Defekt komplett durchgemessen und heute der Fehler beseitigt werden, teilte das Amt für Verkehrsmanagement gestern mit.

Das Fibrolaser-Kabel ist auch im Rheinufer- und im Rheinalleetunnel verbaut, eine Glasfaserleitung, die Temperaturschwankungen mit einer Genauigkeit bis 0,1 Grad Celsius registriert. Stellen die Laserdioden einen plötzlichen Temperaturanstieg fest, schlagen sie Alarm. "Die Technik ist sehr sensibel", sagt Ingo Pähler vom Amt für Verkehrsmanagement. "Aber wir wollen sie auch so sensibel lassen - je früher ein Alarm losgeht, desto schneller ist im Ernstfall Hilfe da."

Fünfmal hat das High-Tech-System, mit dem auch viele Bahntunnel ausgestattet sind, im Kö-Bogen-Tunnel schon Fehlalarme produziert, ein paar Mal auch auf Staub und Rauch reagiert, der bei Schweißarbeiten entstand. Das ist in den ersten Monaten nach Inbetriebnahme einer Anlage nicht ungewöhnlich, auch in den Libeskind-Bauten war kurz nach der Eröffnung die Feuerwehr regelmäßiger Gast. Die Feuerwehr kennt das Problem von vielen Bauprojekten, hilft bei häufigen Fehlalarmen meist auch bei der Fehlersuche mit. Mit den Anfangsmacken wird sich auch der ADAC vorerst noch zufriedengeben. Aber der Automobil-Verband ist nicht gerade ein Verfechter der vollautomatischen Brandschutzanlagen. Als im vergangenen Jahr der Rheinalleetunnel durch einen Computerfehler plötzlich dicht war, und sich für knapp 24 Stunden auch nicht mehr entsperren ließ (der Zentralrechner hatte im Tunnel einen Notfall erkannt und ließ sich erst durch neue Software davon überzeugen, dass das ein Fehler war), hatte der ADAC-Nordrhein eine Kontrollebene angemahnt: Sensible Sicherheitstechnik sei okay, dürfe aber bei einem Fehlalarm nicht für einen Totalausfall eines Tunnels sorgen.

Im neuen Kö-Bogen-Tunnel haben die unfreiwilligen Brandschutzübungen möglicherweise auch damit zu tun, dass dort immer noch gearbeitet wird. Das letzte Teilstück des Systems, der unterirdische Ersatz für den Tausendfüßler, ist zwar seit vergangenen November in Betrieb, fertig ist er aber noch nicht. Schallschutz, Beleuchtung und Markierungen sollen bis Oktober komplett sein. Ingo Pähler geht davon aus, dass der anvisierte Termin gehalten wird, ohne sich auf den Tag festlegen zu wollen. Aber: "Im Oktober werden die Arbeiten abgeschlossen." Dann ist das Gesamtbauwerk endlich fertig, und wenn im letzten Teilstück, in dem aktuell wegen der Fahrbahnverengungen Tempo 30 gilt, alle Fahrspuren zur Verfügung stehen und 50 Kilometer pro Stunde erlaubt sind, fällt auch der Dauerstau auf der Kaiserstraße weg.

Um den Brandschutz muss man sich jedenfalls keine Sorgen machen, bis auf das offenbar defekte Laserkabel funktioniert die übrige Anlage nämlich fehlerfrei, wie die Abläufe bei den Fehlalarmen gezeigt haben: Der Brandalarm geht automatisch bei der Leitstelle der Feuerwehr ein, die sofort aus beiden Richtungen Löschzüge zum Tunnel schickt und gleichzeitig die Polizei alarmiert. Die Anlage sperrt die Tunnelzufahrten, die Polizei sorgt dafür, dass es davor nicht zum Chaos kommt, und die laute Stimme vom Band fordert die Menschen, die im vermeintlichen Gefahrenbereich sind, auf, sofort ihre Fahrzeuge und dann zügig den Tunnel zu verlassen und dabei anderen Personen zu helfen. Je nach dem, wo das Brandmeldekabel die Störung registriert hat, schaltet die Anlage auch noch die Lüfter ein - alles noch bevor die Feuermeldung von einem Menschen bestätigt wurde. Das passiert erst, wenn die Feuerwehr sämtliche Tunnelröhren erkundet hat - am Sonntag und gestern zum Glück ohne Ergebnis.

Quelle: RP
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