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Düsseldorf
Käufer klagt wegen angeblich gefälschten Bildes

Düsseldorf. Wurde in Düsseldorf eine falsche "Amazone" gehandelt, die raffiniert dem österreichischen Maler Ernst Fuchs zugeschrieben wurde? Dieses Rätsel versucht seit gestern das Landgericht aufgrund der Klage eines Kunstkäufers zu lüften. Denn Ende 2015, kurz nach dem Tod des Malers, hatte der Kläger reklamiert, ihm sei in einem Düsseldorfer Auktionshaus für rund 13.000 Euro ein falsches Fuchs-Gemälde mit dem Titel "Amazone" angedreht worden. Per Klage gegen den Versteigerer fordert er das Geld zurück, doch die Chancen stehen wohl nicht gut.

Hatte der exzentrische Maler einst mit einem Weggefährten in Wien eine kriminelle Vereinigung gegründet, um Kunst-Käufer auszunehmen? Oder hat eine Intrigantin das Kuddelmuddel aus privater Rache an einem Ex-Liebhaber angerichtet? Das waren zwei der Spekulationen, die gestern im Prozess zur Sprache kamen. Die Fakten sind viel dürrer: Als Fuchs im November 2015 mit 85 Jahren starb, hatte der Kläger in Düsseldorf gerade ein "Amazone"-Gemälde (105x75 cm) für 10.000 Euro plus Aufgeld ersteigert. Das vielfarbige Bild ist unten rechts signiert, an der Echtheit von Werk und Signatur gab es bis dahin keine Zweifel. Nur hinterher gab der Käufer plötzlich an, er sei mit einer Fälschung getäuscht worden.

Und: Das Auktionshaus hätte schon bei der Annahme dieses Bildes genauer prüfen müssen, ob es echt ist. Eingeliefert hatte das Gemälde nämlich der Wiener Spezi von Fuchs, der selbst auch Maler ist und angeblich einen Professoren-Titel trägt. Aber das habe man doch genau geprüft, empörte sich der Inhaber des Auktionshauses. Und jene Fuchs-"Amazone" sei schon zwei Jahre zuvor bei einer Kölner Auktion auf Herz und Nieren geprüft, auf bis zu 30.000 Euro geschätzt, nur nicht verkauft worden.

(wuk)
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